Arthrose - natürliche Mittel für Gelenke

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Arthrose ist eine fortschreitende Gelenkzerstörung, die durch mechanische Überbelastung oder Fehlbelastung in den großen Körpergelenken wie Knie und Hüfte gefördert wird. Im Spätstadium endet die Erkrankung meist mit schweren Entzündungsreaktionen, starken Schmerzen und der vollständigen Zerstörung des betroffenen Gelenkknorpels. In der konventionellen Therapie stehen nicht-steroidale Schmerzmittel wie Ibuprofen oder Diclofenac zur Verfügung, um den Alltag schmerzärmer zu gestalten.

Medikamente können bei Langzeitanwendung Nebenwirkungen haben und können in vorbelasteten Patienten Magen-Darm-Schäden, Nierenversagen, Gefäße schädigen oder sogar den Herztod auslösen.1

Es ist daher nur allzu verständlich, dass die moderne Forschung immer wieder nach natürlichen und weniger risikobehafteten Behandlungsmethoden in der Schmerztherapie sucht. Aber: ein Wundermittel oder Allheilmittel gibt es nicht.

Generell lassen sich die natürlichen Wege, die Gelenke gesund zu erhalten, in drei Kategorien einteilen. Neben der gelenkschonenden Bewegung spielen vor allem die arthrosegerechte Ernährung sowie einige knorpelähnliche Ergänzungsmittel die entscheidende Rolle. Doch was könnte am Ende den Betroffenen tatsächlich helfen?

1) Gelenkschonende Bewegung für Arthrosepatienten

Die Gelenke reagieren sehr empfindlich auf Überbeanspruchung und Mangelernährung. Deshalb sollte jeder bereits in der Jugend besonders auf die Gelenke des Körpers achten. Neben der Ernährung ist eine lebenslange moderate Bewegung die beste Vorsorge gegen Arthrose. Häufig merkt der Mensch erst, was er verloren hat, wenn die Bewegung schmerzbedingt unmöglich geworden ist.2

Ein leichtes Lauftraining auf weichem Untergrund stärkt nicht nur die Muskulatur des Oberschenkels und der Hüfte, sondern stabilisiert zudem die Kniescheibe sehr effektiv. Wer bereits unter Knorpelschäden leidet oder einfach sein Risiko zu einem erhöhten Abrieb im Gelenk verringern möchte, kann neben dem Laufen auch gelenkschonende Sportarten wie Nordic Walking, Schwimmen oder Radfahren betreiben. Der Vorteil insbesondere beim Schwimmen oder Radfahren ist, dass man die Gelenke dabei nicht fehlbelasten kann. Alle diese „Arthrose“-Sportarten stärken das Knie und helfen durch den zusätzlichen Muskelaufbau, den Körper zu stützen. Beim Radfahren und Schwimmen werden alle Muskelgruppen des Körpers angesprochen, welche das Kniegelenk einfassen. Dies stärkt ebenso die Bänder, was dem Gelenk schließlich einen sicheren Halt verleiht.

Doch in welchem Maß sollte der Sport ausgeübt werden? Die Aussagen dazu schwanken sehr stark. Die einen zitieren den Ausspruch: „Nach dem Essen sollst Du ruh‘n oder 1000 Schritte tun.“ Die anderen berufen sich auf unser evolutives Erbe und gehen von mindestens 10.000 Schritten aus.

Mehr Bewegung ist gut: 10.000 Schritte

Interessanterweise gibt es zu letzterer Aussage sogar eine neuere wissenschaftliche Studie. Darin ließ sich der physiologische Richtwert von 10.000 Schritten am Tag weder belegen noch eindeutig widerlegen. Der Probenumfang war mit 1.788 Teilnehmern vergleichsweise groß. Am Ende deuteten die Forscher ihre Ergebnisse als Hinweis darauf, dass neben der Streckenlänge auch die Dauer der Bewegung sowie die Bewegungsintensität eine gewisse Rolle spielten. Dies wurde jedoch in dieser Studie nicht speziell untersucht.3

2) arthrosegerechte Ernährung für jedermann

Streng genommen unterscheidet sich die Ernährung von Arthrosepatienten kaum von einer normalen und ausgewogenen Ernährungsweise. Bei Arthrose ist lediglich eine fettarme und vitaminreiche Kost angezeigt. Dafür eignen sich besonders kalziumreiche und dennoch magere Milchprodukte, um die Knochen zu festigen. Olivenöl und andere hochwertige Pflanzenfette liefern viele gesunde Fettsäuren. Wer auf ballaststoffreiche Lebensmittel wie Naturreis oder Gemüse achtet, kann den Cholesterinspiegel möglicherweise sehr weit absenken. Für Arthrose-Patienten sind auch Lauchgemüse wie Zwiebeln oder Knoblauch von großem Wert.

Eine Studie demonstrierte sehr schön wie Obst und Gemüse auf Arthrose einwirken. Denn, diejenigen Probanden, welche täglich Obst und Gemüse zu sich nahmen, hatten beispielsweise geringere Schäden im Hüftgelenk. Dieses Ergebnis wurde sogar noch gesteigert, wenn die Teilnehmer verstärkt Knoblauch in ihrer Ernährung nutzten. 4

Im Allgemeinen empfiehlt sich für Arthrosepatienten, auf Fleisch weitestgehend zu verzichten. Eine fleischreiche Ernährungsweise beeinflusst die Entzündungen im arthritischen Gelenk sehr direkt. 5 Fleisch enthält in seinem Fett Arachidonsäure aus der Gruppe der Omega-6-Fettsäuren. Diese wird im Körper zu Prostaglandinen umgebaut. Da Prostaglandine zu den entzündungsfördernden Stoffen gehören, bewirkt Fleischkonsum bei Arthrose eine Zunahme der Gelenksentzündungen.

Fettreicher Fisch mit hochwertigen Omega-3 Fettsäuren ist ein empfehlenswertes Lebensmittel, denn die im Fischöl enthaltenen Omega-3 Fettsäuren DHA und EPA scheinen sich positiv auf Entzündungen auszuwirken. Hering, Makrele und Kaltwasserfische sind besonders reich an Omega-3 Fettsäuren.

Neben dem Fleisch sollten noch weitere Nahrungsmittel wie z. B. Kaffee und Alkohol gemieden werden, um einer Übersäuerung des Körpers zuvorzukommen. Diese basische Ernährung wird von vielen Fachleuten empfohlen. Klinische Untersuchungen sind uns dazu aber nicht bekannt.

3) Natürliche Ergänzungsmittel zum Schutz des Gelenkknorpels

Wie wir bereits gesehen haben, ist die natürlichste Weise, um eine Arthrose zu beeinflussen, eine gesunde Lebensweise kombiniert mit ausreichend Bewegung. Nahrungsergänzungsmittel sind daher eigentlich nicht notwendig. Dennoch enthalten Lebensmittel häufig zu geringe Mengen der hilfreichen Substanzen, um auch im fortgeschrittenen Stadium der Erkrankung wirkungsvoll sein zu können.

Omega-3-Fettsäuren DHA und EPA

Neuere Untersuchungen zeigen, dass Ergänzungsmittel, wie z. B. Glucosaminsulfat, die Beweglichkeit im Gelenk oder die Schmerzen positiv beeinflussen. Omega-3-Fettsäuren auf der andere Seite helfen möglicherweise gleichsam, den Schmerzmittelkonsum einzuschränken, was das Risiko, schwere Nebenwirkungen durch Schmerztabletten zu erleiden, deutlich reduziert. 6

Glucosamin und Chondroitin

Doch kennt man nicht nur Stoffe wie Omega-3-Fettsäuren, die aus der Nahrung stammen. Es gibt ebenso eine Reihe von Substanzen, die ursprünglich vom gesunden Knorpel selbst gebildet werden oder in einem engen Zusammenhang damit stehen. Diese Stoffe wie beispielsweise Glucosamin, Chondroitin, Kollagen-Hydrosylat oder die Vitamine C und E können aber gleichfalls auch von außen zugeführt werden. Sie bekämpfen einerseits Entzündungen und andererseits fördern sie eine bessere Beweglichkeit des arthritischen Gelenks. Darüber hinaus gibt es auch einige neuere Anwendungen, welche pflanzliche oder auf Lipiden basierende Substanzen einbringen. Hierzu zählen z. B. Pinienrindenextrakt und Phospholipide.

Chondroitinsulfat verringerte beim Menschen in einer Studie die Entzündungen und die Schmerzen in den Gelenken. Es könnte somit die Gelenkfunktion erhalten und ggf. die Gelenkabnutzung verlangsamen. 7

Vitamin C und Vitamin E

Vitamine fungieren häufig als Radikalfänger und können somit die Gelenkszerstörung verlangsamen. Freie Radikale greifen ohne Vitamine den Gelenkknorpel an und schädigen die Knorpelzellen, die daraufhin absterben. Insbesondere Vitamin E wirkt diesen Radikalbildungen entgegen und könnte somit bei einer konventionellen Arthrosetherapie unterstützend eingesetzt werden. 8

Pflanzenextrakte können entzündungshemmend wirken

Rindenextrakte auf der anderen Seite brachte in einigen Versuchsreihen ebenso eine Besserung der Schmerzsymptomatik. Gleichfalls erhöhte es die Beweglichkeit im betroffenen Gelenk nachweislich. Allgemein anerkannt ist die antioxidative Wirkung. Zu nennen sind z.B. Weidenrinde und andere Baumrindenextrakte. Die zugrunde liegende entzündungshemmende Wirkung des Pinienrindenextraktes wird den zahlreichen darin enthaltenen Polyphenolen und Mineralien zugeschrieben. 9 Diese sekundären Pflanzenstoffe sind auch z.B. in Traubenkernextrakt, Extrakten von Beerenschalen, Cranberries oder grünem Tee enthalten.

Phospholipid Cremes

Eine neuartige und ebenfalls schmerzlindernde Behandlungsmethode bietet eine Creme auf Phospholipid-Basis, die den arthritischen Knorpel stabilisiert und dem Gelenk so seine natürliche Beweglichkeit wiedergeben soll. Durch die Phospholipide wird das Reiben der Gelenkflächen reduziert, was ebenso die Entzündungsreaktionen verringert. In einer Studie konnte die Wirksamkeit des neuen Mittels belegt werden. 10 Dabei konnte die Salbe in der Schmerzbekämpfung mit dem häufig angewendeten Schmerzmittel Celecoxib® durchaus konkurrieren. Somit liegt mit dieser als Sequessom-Technologie bezeichneten Methode möglicherweise eine weitere nebenwirkungsarme Alternative zur konventionellen Schmerztherapie vor.

Quellen:

  1. Schjerning Olsen et al. 2013. Cause-Specific Cardiovascular Risk Associated with Nonsteroidal Anti-Inflammatory Drugs among Myocardial Infarction Patients – A Nationwide Study .PLOS One 8(1), e54309; doi:10.1371/journal.pone.0054309
  2. Holsgaard-Larsen & Roos. 2012. Objectively measured physical activity in patients with end stage knee or hip osteoarthritis. Eur J Phys Rehabil Med 48(4), 577-85
  3. White et al. 2013. Walking to meet physical activity guidelines in knee osteoarthritis: is 10,000 steps enough? Arch Phys Med Rehabil. 94(4), 711-7; doi: 10.1016/j.apmr.2012.11.038
  4. Williams et al. 2010. Dietary garlic and hip osteoarthritis: evidence of a protective effect and putative mechanism of action. BMC Muscoskeletal Disorders 11, 280
  5. Baker et al. 2012. Association of Plasma n-6 and n-3 polyunsaturated fatty acids with synovitis in the knee: the MOST Study. Osteoarthritis Cartilage 20(5), 382–387
  6. Gruenwald et al. 2009. Effect of glucosamine sulfate with or without omega-3 fatty acids in patients with osteoarthritis. Advances in Therapy 26(9), 858-871
  7. Henrotin et al. 2010. Chondroitin Sulfate in the Treatment of Osteoarthritis: From in Vitro Studies to Clinical Recommendations. Therapeutical Advances in Muscoskeletal Diseases 2(6), 335-348
  8. Beer & Wegener. 2011. Vitamin E for gonarthrosis and coxarthrosis – results of a postmarketing surveillance study. MMW Fortschr Med 153(Suppl1), 14-20; Bhattacharya et al. 2012. Efficacy of vitamin E in knee osteoarthritis management of North Indian geriatric population. Ther Adv Musculoskelet Dis 4(1), 11-9
  9. Belcaro et al. 2008. Treatment of osteoarthritis with Pycnogenol. The SVOS (San Valentino Osteo-arthrosis Study). Evaluation of signs, symptoms, physical performance and vascular aspects. Phytother Res 22(4), 518-23; doi: 10.1002/ptr.2376
  10. Conaghan et al. 2013. A multicentre, randomized, placebo- and active-controlled trial comparing the efficacy and safety of topical ketoprofen in Transfersome gel (IDEA-033) with ketoprofen-free vehicle (TDT 064) and oral celecoxib for knee pain associated with osteoarthritis. Rheumatology 52(7), 1303-1312; doi: 10.1093/rheumatology/ket133
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Comments (7)

  1. im Großen und Ganzen schon ordentlich dargestellt, aber es fehlen doch eine ganze Reihe von eingeführten Medikamenten und Maßnahmen wie z.B. Blutegelansetzen, Baunscheidieren, Schröpfen, Aderlaß; trocken und naße Wickelanwendungen, Infratot;
    weiterführende Salben als Diclophenac, Ibuprophen

  2. im Großen und Ganzen schon ordentlich dargestellt, aber es fehlen doch eine ganze Reihe von eingeführten Medikamenten und Maßnahmen wie z.B. Blutegelansetzen, Baunscheidieren, Schröpfen, Aderlaß; trocken und naße Wickelanwendungen, Infratot;
    weiterführende Salben als Diclophenac, Ibuprophen.Insgesamt eine schwache Recherche!; ich erwarte eine objektivere, fachliche Information , auch z.B. quark-kohlblätter auftragungen, Elektrotherapeeinsatz und Be w e g u n g inallen möglichen
    Ausformungen und Stellungen, sowie zumutbaren Belastungen; evtl. mit Unterstützung von Rollator-Gehstöcken! Und ich habe den Eindruck, daß hier mit „Filter“Meinungen „gearbeitet wird!? Wäre schade!! und bitte keinerlei begünstigende Schleichwerbungen,
    denn wir wollen doch individuell be-handeln!??

  3. Hier am Amazonas haben wir eine Heilpflanze Miconia albicans, die nachweislich schon viele Arthrose-kranke geilt hat. Sie koennen bei Yahoo Brasil nachschauen. Ich habe Tinktur von dieser Pflanze auch schon recht vielen Leuten gegeben.
    Es ist gut andern Leuten helfen zu koennen,
    Josef Gross

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