Erfahrungsbericht mit Knorpelzellzüchtung

Knorpelzellzüchtung ist ein eher aufwändiges Verfahren, dass sich bei manifestierten erheblichen Gelenkknorpelschäden anbietet. In der Kombination von Fehlstellungen der Gelenke und Leistungssport kann es auch schon in relativ jungen Jahren zu einer Arthrose vierten Grades kommen. Wenn der Knorpel fast vollständig verschlissen ist und die Knochen teils schon aufeinanderreiben, kann eine Knorpelzellzüchtung eine Alternative zu einem künstlichen Gelenk sein.

So berichtet auch in dem Buch „Kniearthrose: Vorbeugung, Behandlung, Heilung“ von Dr. W. Franz und R. Schäfer der 33-jährige Patrick K.:

„Der Arzt sagte, daß nur mit einer Gelenkspiegelung zu ermitteln sei, was mit dem Knorpel los ist. Danach kam das ernüchternde Ergebnis: Ich hatte einen Knorpelschaden vierten Grades, der Knochen lag blank. Zum Glück hatte der Arzt bei der Arthroskopie schon etwas gesunden Knorpel entnommen. Er schlug eine Knorpelzellzüchtung vor, die nach drei Wochen wieder eingepflanzt wird.“

Für die Zeit vor dem Einsatz der im Labor gezüchteten Knorpelzellen ist es wichtig, die Muskulatur bewusst zu trainieren. Konsequente Trainingseinheiten im Rahmen einer Krankengymnastik beugen allzu großen Muskelschwund vor. Denn nach der Einpflanzung der gezüchteten neuen Knorpelzellen muss für vier Wochen eine Orthese getragen werden. Diese stabilisiert das Gelenk nicht nur, sonder stellt es komplett ruhig.

Die Folge des Tragens der Orthese: sehr starker Muskelschwund.

Nach den ersten vier Wochen wird die steife Orthese gewechselt und durch eine Bewegungsorthese ersetzt. Darin sind leichte Bewegungen des Kniegelenks möglich. In dieser Zeit ist die Reha besonders wichtig: das Gelenk muss langsam wieder an Bewegungen gewöhnt werden, der Muskel wieder aufgebaut werden. In dieser Zeit ist Krankengymnastik extrem wichtig, um das Gelenk wieder funktionstüchtig zu bekommen. Muskelaufbau-Übungen an Fitness-Geräten sind zusätzlich empfehlenswert, um das Gelenk zu stützen. Aber nach den Erfahrungen von Patrik K. es lohnt sich:

„Das Knie hat sich langsam an die Bewegung gewöhnt. Jetzt spüre ich garnichs mehr und habe absolut keine Schmerzen mehr. Mit Fussball will ich meine Verletzung nicht noch einmal provozieren. Deshalb habe ich wieder angefangen, leicht zu joggen, und ich werde mir wahrscheinlich ein Rennrad kaufen. Ich brauche einen Ausgleich zum Beruf und will meinen Körper in Schuß halten.“

Diese Ausschnitte aus dem längeren Erfahrungsbericht des ehemaligen Leichtathleten und Fussballers Patrick K. stammen aus dem Buch des Orthopäden Dr. Franz. Das Buch ist sehr empfehlenswert für alle Laien, die sich intensiver mit den verschiedenen medizinischen Heilverfahren auseinandersetzen wollen. Verschiedene Buchempfehlungen haben wir Ihnen hier zusammengestellt.

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