Für Gelenke wichtige Spurenelemente

Knochen und Knorpel bilden die Stütz- und Gerüstsubstanz des Körpers. Sie sind je nach Aufbau reich an kollagenen Fasern und enthalten zudem größere Mengen mineralischer Anteile. Neben Kalziumphosphaten finden sich wichtige Spurenelemente wie z. B. Selen, Mangan, Jod, Eisen, Kupfer oder Zink.

Doch wie wichtig sind diese Mineralien und Metalle? Wie sieht die Verteilung von Spurenelementen bei Arthrosepatienten aus? Was davon hilft möglicherweise gegen Arthrose?

Spurenelemente und Metallionen werden in Knochen und Knorpel abgelegt

Die Knochensubstanz ist der größte Mineralienspeicher des menschlichen Körpers. Ein Großteil der Metalle und Ionen, welche über die Nahrung aufgenommen werden, lagert sich in die Knochenmasse oder im Gelenkknorpel ein. Für einige der Metalle wie Mangan und Eisen scheint es sogar geschlechtsspezifische Unterschiede in den Konzentrationen der Elemente im Gelenkknorpel von Mann und Frau zu geben.1

Spurenelemente wie Selen sind Gegenspieler von Schwermetallen

Doch nicht nur die gewünschten Spurenelemente wie Selen, Mangan, Eisen oder Jod, sondern auch viele Schwermetalle aus der Umwelt wie beispielsweise Cadmium, Quecksilber und Blei werden im Knorpel und Knochen gespeichert. Ein polnisches Forscherteam bestätigte kürzlich, dass Personen mit Amalgamfüllungen höhere Konzentrationen von Quecksilber und Kupfer in ihrer Knorpel- und/oder Knochensubstanz haben. Zusätzlich zeigten die Probanden, welche mindestens einmal monatlich Fisch und Meeresfrüchte aßen, einen erhöhten Cadmiumanteil im Gelenkknorpel und in den Knochen.2

Arthrose: Mangel an Spurenelementen kann Knorpelzellen absterben lassen

Erste Hinweise auf die wichtige Funktion von Spurenelementen im Leben der Knorpelzellen fanden Wissenschaftler kürzlich mithilfe von Ratten. Fehlten entweder Selen oder Jod sowie beide Elemente zur gleichen Zeit, so war die Apoptoserate (Zelltod) bei den Knorpelzellen der Tiere deutlich höher als in den Kontrollen.3

Bei Messungen an menschlichen Haaren, Blut und Urin von Rheumapatienten wurden niedrigere Gehalte an Kupfer, Eisen und Zink ermittelt als in der gesunden Kontrollgruppe.4 Möglicherweise fördert der Mangel an Spurenelementen die rheumatischen Beschwerden, oder die Entzündungen selbst limitieren deren Gehalt im Körper.

Können Spurenelemente eine sinnvolle Therapieform sein?

Es gibt verschiedene Studien, die für die Spurenelemente Selen, Zink, Kupfer, Mangan und Bor einen starken Zusammenhang zwischen Arthritis und einem Mangel an den Spurenelementen nachweisen. Es fehlen allerdings aussagekräftige Untersuchungen, die nachweisen, was Ursache und was Wirkung ist. Sie sollten trotzdem auf die regelmäßige Einnahme dieser Spurenelemente achten denn:

  • wenn der Mangel an Spurenelemente die Ursache für Arthritis und Arthrose ist, dann kann die Beseitigung des Mangels Ihren Gelenken helfen,
  • wenn Arthritis und die Entzündungen die Ursache für den Mangel sind, sollte ebenfalls der Mangel behoben werden, um nicht weitere Mangelkrankheiten (Haarausfall, Störungen im Immunsystem, Hormonbildung etc.) zu verursachen.

Selen

Insbesondere Selen ist bekannt dafür, antioxidativ zu wirken und auch Entzündungsreaktionen zu verringern. Zudem schützt Selen den Körper vor Schwermetallanreicherungen.5 Selen ist ebenfalls ein wichtiges Element in unserem Bewegungsapparat und im Knochen- und Knorpelgewebe zu finden.

Da liegt es nahe, Arthrosepatienten mit Selen zu versorgen, um auf natürlichem Wege zu helfen. Zwar fehlen Studien, die eindeutig einen Zusammenhang ziwschen der Seleneinnahme und einer Gesundung der Gelenke nachweisen. Es wurde jedoch in verschiedenen großen Untersuchungen festgestellt, dass Selenmangel und Arthrose zusammenhängen. In Gebieten, die einen hohen Selengehalt in den Böden und in der Nahrung aufweisen, ist das Risiko an Arthritis zu erkranken etwa 40% niedriger.6

Es gibt auch erste Hinweise auf den Erfolg einer solchen Behandlungsmaßnahme. Brasilianische Forscher haben an Ratten und Mäusen beobachtet, dass diese bei Gabe von Selen weniger starke Entzündungen und Schwellungen in arthritischen Gelenken entwickelten. Die Wissenschaftler nutzten dazu ein Modell für die menschliche Arthritis und gaben den Tieren mit Selen angereicherte Hefe als Nahrungsergänzung.7 Der Erfolg dieses Experiments soll in Zukunft dazu dienen, die angereicherten Hefezellen auch am Menschen zu erproben.

Zink

Bei Menschen mit Arthrose und Arthritis wird regelmäßig festgestellt, dass der Zinkstatus zu gering ist. Es fehlen aber bisher eindeutige Studien, die Zinkmangel als Ursache für entzündete Gelenke festmachen. Es könnte auch anders herum sein: Entzündete Gelenke könnten auch die Ursache sein, die zu höherem Zinkverbrauch führen. Daher darf laut europäischer Lebensmittelbehörde seitens der Hersteller von Zinkpräparaten auch nicht behauptet werden, dass Zink zu gesünderen Gelenken führt.8

Unabhängig davon ist es in jedem Fall bei Arthrose und Arthritis empfehlenswert, zusätzlich Zink aufzunehmen. Denn ein geringer Zinkstatus ist immer auch Ursache für eine Schwächung des Immunsystems und Einschränkungen in über 200 enzymatischen Prozessen.

Quellen und Studien:

  1. Brodziak-Dopierała et al. 2013. The content of manganese and iron in hip joint tissue. J Trace Elem Med Biol 27(3),208-12; doi: 10.1016/j.jtemb.2012.12.005
  2. Quelle: Lanocha et al. 2013. The effect of environmental factors on concentration of trace elements in hip joint bones of patients after hip replacement surgery. Annals of Agricultural and Environmental Medicine 20(3), 487–493
  3. Wang et al. 2009. Effects of selenium and/or iodine deficiency on chondrocyte apoptosis in rats. Zhongguo Yi Xue Ke Xue Yuan Xue Bao 31(5), 584-8
  4. Afridi et al. 2012. Evaluation of status of zinc, copper, and iron levels in biological samples of normal and arthritis patients in age groups 46-60 and 61-75 years. Clin Lab 58(7-8), 705-17
  5. EFSA Journal 2010;8(10):1727 , S. 7
  6. Jordan JM, Fang F, Arab L, et al. Low selenium levels are associated with increased risk for osteoarthritis of the knee. Arthritis Rheum. 2005;52:s455
  7. Vieira et al. 2012. Treatment with Selemax®, a selenium-enriched yeast, ameliorates experimental arthritis in rats and mice. Br J Nutr 108(10), 1829-38; doi: 10.1017/S0007114512000013
  8. EFSA Journal 2009; 7(9):1229, S. 12
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Kommentar (1)

  1. Guten Tag,
    finde ganz großartig, dass auch diese Nutrient-Empfehlungen bei Arthrose offenbar schon mainstream werden.
    Meine Mutter ist hier in der Psychiatrie Heiligenhafen, wo ich auch bin, 20 mal gestürzt (hauptsächlich aufs Knie), dann wurde gesagt „Arthrose“.
    Der Physiotherapeut hält von Knorpelernährung nichts. Ich wünsche mir, dass der Fortschritt auch mal bei AMEOS ankäme.
    Gruß LF

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