Kreuzbein Operation

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Das keilförmige Kreuzbein, ein Verbund fünf einzelner Wirbel, bildet zusammen mit dem Darmbein und dem Hüftbein den Beckengürtel. Es gibt dem menschlichen Oberkörper Halt, der ohne diese Stabilisierung einfach zusammensinken würde.

Ein großer Teil der Bevölkerung leidet unter Rückenschmerzen am Kreuzbein, insbesondere am Kreuzbein-Darm-Gelenk (Iliosakralgelenk). In den meisten Fällen lassen sich diese Probleme durch eine konservative Therapie lösen. Manchmal kann jedoch auch eine  Kreuzbein Operation erforderlich sein.

Das ISG-Syndrom als Grund für eine Operation am Kreuzbein

Das ISG-Syndrom umfasst verschiedene Erkrankungen, die sich durch Schmerzen im Iliosakralgelenk bemerkbar machen. Typisch sind zum Beispiel Rückenschmerzen, vor allem im Bereich des Beckens, sowie Schmerzen am Gesäß, am seitlichen Becken oder in der Leistengegend.

Zu den wichtigsten Ursachen für das ISG-Syndrom zählen:

  1. Arthrose
  2. Überbelastung des Band-Apparates
  3. Entzündungen des Gelenks
  4. rheumatische Erkrankungen
  5. Lockerung des Band-Apparates während der Schwangerschaft und nach der Geburt

Das Iliosakralgelenk-Syndrom verläuft von Patient zu Patient unterschiedlich. Oftmals bestehen die Beschwerden am Kreuzbein-Darmbein-Gelenk nur kurzfristig und lassen sich therapeutisch gut beeinflussen. In etwa einem Drittel aller Fälle entwickelt sich die Erkrankung jedoch zu einem chronischen Leiden.

Zunächst wird versucht, das ISG-Syndroms konservativ zu behandeln. Stellt sich hierbei kein Behandlungserfolg ein, kehren die Schmerzen immer wieder oder treten sie dauerhaft auf, kann eine operative Behandlung in Betracht gezogen werden. Diese empfiehlt sich allerdings nicht bei rheumatischen Erkrankungen, fortgeschrittener Osteoporose oder Gelenkentzündungen.

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Die operative Therapie des Kreuzbein-Darmbein-Gelenks

Da frühere Operationsmethoden Muskeln, Knochen, Nerven und Blutgefäße in der Umgebung des Kreuzbeins zum Teil stark in Mitleidenschaft zogen, rieten die Mediziner von diesen chirurgischen Eingriffen ab. Mittlerweile stehen den Krankenhäusern und Kliniken jedoch minimalinvasive Verfahren zur Verfügung, die gute Erfolge versprechen.

DIANA-Operation

DIANA ist die Abkürzung für Distraktions-Interferenz-Arthrodese. Bei dieser Methode wird dem Patienten unter Vollnarkose über einen kleinen Hautschnitt ein schraubenförmiges Implantat eingesetzt. Dieses spreizt die Gelenkflächen des Iliosakralgelenks auseinander, die aufgrund der nicht mehr vorhandenen Knorpelschicht aufeinanderreiben und Schmerzen verursachen. Zugleich werden durch das Aufspreizen die Gelenk-Bänder gestrafft und erhalten ihre Stabilität zurück.

Nach dem Eingriff bleibt der Patient etwa eine Woche im Krankenhaus. Die Heilphase beträgt circa sechs Wochen, während der das Gelenk nicht belastet werden darf. Scherbewegungen und das Abspreizen des Beines sind in den ersten sechs Monaten zu vermeiden. Dies betrifft sowohl Sportarten wie Reiten oder Brustschwimmen als auch frauenärztliche Untersuchungen auf dem Gyn-Stuhl.

iFuse Implantat System

Ein weiterer minimalinvasiver Versorgungsansatz beim ISG-Syndrom ist das iFuse Implantat System, das bei Instabilität oder fortgeschrittener Arthrose zur Anwendung kommt. Diese Operation wird ambulant oder mit nur einer Übernachtung durchgeführt. Sie dauert rund 45 Minuten und gilt als risikoarm.

Um die Belastungsstabilität wieder herzustellen, werden in das Kreuzbein-Darmbein-Gelenk drei Titanstäbe eingebracht, die im Knochen festwachsen und dieses versteifen. Die Erfolgsquote bei diesem Verfahren liegt Studien zufolge nach zwölf Monaten bei rund 80 Prozent [Dreieckige Titanimplantate für minimalinvasive Fusion des Iliosakralgelenks: eine prospektive Studie, Global Spine Journal, 2015, Epub 11. August 2015)

Alternative Behandlungsmöglichkeiten bei Kreuzbein-Beschwerden

Die Operation ist beim IPG-Syndrom immer der letzte Schritt. Zunächst kommen verschiedene konservative Therapieverfahren zur Anwendung.

Körperliche Aktivität

Ein wichtiger Aspekt bei der Behandlung des Kreuzbein-Darmbein-Gelenks ist körperliche Aktivität. Die Patienten sollen sich trotz ihrer Beschwerden ausreichend bewegen. Unterstützung bietet eine begleitende Physiotherapie mit speziellen Iliosakralgelenk-Übungen.

Infiltrationstherapie

Bei der Infiltrationstherapie werden betäubende Medikamente wie Lokalanästhetika oder entzündungshemmende und schmerzlindernde Glukokortikoide direkt an den Ort gespritzt, an dem die Schmerzen entstehen, also in den Gelenkspalt oder in den Bandapparat des Gelenks.

Manualtherapie

Speziell ausgebildete Physiotherapeuten und Ärzte können Gelenkblockaden mithilfe einer Manualtherapie lösen. So kann die Beweglichkeit des Kreuzbein-Darmbein-Gelenks durch vorsichtiges Dehnen verbessert werden (Mobilisation). Ein neu aufgetretenes ISG-Syndrom lässt sich außerdem durch kurze Krafteinwirkungen auf das betroffene Gelenk behandeln (Manipulation).

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