Operationen am Gelenk – Überblick

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Gelenke sind bewegliche Verbindungsstücke zwischen den Knochenenden. Der menschliche Körper verfügt über insgesamt 140 dieser Strukturen, die zum Teil Belastungen von bis zu 1,5 Tonnen standhalten.

Oft wissen wir unsere Gelenke jedoch erst zu schätzen, wenn sie aufgrund pathologischer Veränderungen oder Verletzungen nicht mehr reibungslos funktionieren. Gelenkprobleme treten nicht nur mit zunehmendem Alter ein, sie resultieren oftmals auch aus Unfällen, Entzündungen oder Übergewicht.

Sport und Bewegung bei Arthrose

Reichen konservative Therapien nicht aus, um die Beschwerden zu lindern, bleibt als letzter Lösungsweg nur eine Operation am Gelenk.

Arten von Gelenkoperationen

Bei Gelenkoperationen wird grundsätzlich in gelenkerhaltende und gelenkersetzende Eingriffe unterschieden. Die am häufigsten durchgeführte gelenkerhaltende Operationsform ist die Arthroskopie, die vorwiegend bei Kniegelenksproblemen, aber auch bei Erkrankungen der Hüft-, Ellbogen-, Schulter- und Sprunggelenke und in seltenen Fällen auch an den Handgelenken zur Anwendung kommt.

Bei dieser Methode wird das Gelenk nicht nur „gespiegelt“, sondern oftmals auch gleich minimal-invasiv behandelt. Zu den wichtigsten Gründen für arthroskopische Operationen zählen folgende:

  1. Knorpelläsionen
  2. Meniskusverletzungen
  3. Kreuzbandrisse
  4. das Impingment-Syndrom
  5. Bankart-Läsionen
  6. Rotatorenmanschettenrupturen
  7. Osteochondrosis dissecans
  8. Arthrose
  9. Synovitis
  10. Ganglien
  11. Bandscheibenvorfälle

Die Arthroskopie verdrängt aufgrund der geringeren Risiken und des besseren Heilungsverlaufs zunehmend die Arthrotomie, die operative Eröffnung des Gelenks. Diese beschränkt sich mittlerweile weitgehend auf Einsatzgebiete wie:

  1. endoprothetische Ersatzplastiken
  2. Gelenkversteifungen und -teilsperrungen
  3. anders nicht behandelbare Gelenkinfektionen
  4. Wiederherstellung der Beweglichkeit
  5. Tumorchirurgie

Operationen am Kniegelenk

Arthritis und Arthrose Kniegelenk

Das Kniegelenk, das größte Gelenk des menschlichen Körpers, bildet die bewegliche Verbindung zwischen Oberschenkelknochen und Schienbein.

Es handelt sich um ein zusammengesetztes Gelenk, das aus zwei Einzelgelenken (Kniekehlgelenk und Kniescheibengelenk) sowie aus Bändern und Sehen besteht.

Da all diese Bestandteile anfällig für Verschleiß und Verletzungen sind, zählen Knieoperationen, beispielsweise bei einem Meniskusschaden oder eine Bakerzyste, mittlerweile zu den häufigsten chirurgischen Eingriffen.

 

Auch die Endoprothetik spielt am Kniegelenk eine immer größere Rolle.
So lag die Zahl der Knie-Endoprothesen-Erstimplantationen in Deutschland im Jahr 2014 bei über 130.0001. Hier weiterlesen.. 

 

Operationen am Hüftgelenk

Der Aufbau des Beckens

Der Aufbau des Beckens

Nach dem Kniegelenk ist das Hüftgelenk das zweitgrößte Gelenk des Menschen. Es verbindet den Oberschenkelknochen und das Becken und garantiert dank seiner Bauweise als Kugelgelenk eine große Bewegungsfreiheit.

Hüftbeschwerden haben unterschiedlichste Ursachen. Sie können aus einem altersbedingten Verschleiß resultieren, aber auch aus angeborenen Formveränderungen, stoffwechselbedingten Durchblutungsstörungen, rheumatischen Erkrankungen, Entzündungen oder Unfällen.

 

Sofern möglich, erfolgen Hüft-OPs gelenkerhaltend. Bei starken Schädigungen oder irreparablen Fehlstellungen kann jedoch auch der Ersatz des Hüftgelenks durch eine Prothese erforderlich sein. Weiterlesen…
 

Operationen am Schultergelenk

Beim Schultergelenk handelt es sich ebenfalls um ein Kugelgelenk. Es wird vom Oberarmkopf und einer flachen Einwölbung am Schulterblatt, der Schulterpfanne, gebildet und ist das beweglichste Gelenk des menschlichen Körpers.

Diese Beweglichkeit resultiert daraus, dass der Knochen des Oberarmkopfes deutlich größer ist als die Schulterpfanne. Das ist jedoch zugleich der Grund für eine höhere Verletzungsanfälligkeit und Instabilität dieses Gelenks.

Eine Schulteroperation kann beispielsweise erforderlich werden, wenn chronische Verschleißerscheinungen die Lebensqualität massiv einschränken, durch eine Schulterluxation angrenzende Strukturen geschädigt wurden oder eine chronische Instabilität des Schultergelenks vorliegt.

 

Operationen am Sprunggelenk

Das Sprunggelenk verbindet Waden- und Schienbein mit den Fußknochen. Es setzt sich aus dem oberen und dem unteren Sprunggelenk zusammen, die eine funktionelle Einheit bilden.

Beim aufrechten Stehen und Gehen hat dieses Gelenk das gesamte Körpergewicht zu tragen und auf Fuß und Boden zu verteilen und muss dabei besonders starke Belastungen aushalten. Meist sind Sprunggelenk-Beschwerden auf einen Verschleiß des Gelenkknorpels im oberen Sprunggelenk zurückzuführen.

Ziel von Sprunggelenksoperationen ist grundsätzlich das Wiederherstellen der Belastbarkeit und der dauerhafte Erhalt des Gelenks.

 

Operationen am Ellbogen

Ultraschalluntersuchung am Ellenbogen eines Kindes

Beim Ellbogengelenk bilden drei Teilgelenke, das Oberarm-Ellen-Gelenk, das Oberarm-Speichen-Gelenk und das proximale Ellen-Speichen-Gelenk, eine funktionelle Einheit, welche von einer gemeinsamen Gelenkkapsel eingehüllt ist.

Die drei Teilgelenke ermöglichen dem Unterarm und der Hand einen großen Bewegungsumfang. Sie sind aufgrund ihrer Komplexität aber auch anfällig für Überlastungsschäden und Verletzungen, die oftmals zu Bewegungseinschränkungen und dauerhaften Schmerzen führen.
 
Da Erkrankungen und Verletzungen des Ellenbogens meist komplexer Natur sind und sich Nerven und Gefäße in unmittelbarer Nähe befinden, ist für eine erfolgreiche operative Behandlung ein auf diese Eingriffe spezialisierter Operateur erforderlich.

 

Operationen an der Wirbelsäule

Schmerzende Wirbelsäule von der Seite in 3D mit rot strahlendem Schmerzpunkt

Die Wirbelsäule hält zum einen den Körper aufrecht und trägt das Gewicht von Kopf, Rumpf und Armen und schützt zum anderen das im Wirbelkanal verlaufende Rückenmark. Sie besteht aus 24 freien und acht bis zehn zu Kreuz- und Steißbein verwachsenen Wirbeln sowie 23 Bandscheiben.

Zahlreiche Bänder gewährleisten einen festen Zusammenhalt und die Beweglichkeit der Wirbel untereinander. Der häufigste Grund für einen chirurgischen Eingriff an der Wirbelsäule ist der Bandscheibenvorfall, der zu 90 Prozent die Lendenwirbelsäule betrifft.

 

Eine Operation ist spätestens dann unumgänglich, wenn es durch den Druck der Bandscheiben auf die Nervenwurzeln zu neurologischen Ausfällen wie Taubheit, Lähmungen oder Blasenstörungen kommt.

 
 

  1. „Bundesauswertung zum Erfassungsjahr 2014 – 17/5 – Knie-Totalendoprothesen-Erstimplantation, Seite: 8“
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