Operationen an der Schulter

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Das Schultergelenk ist nicht nur das beweglichste Gelenk im menschlichen Körper, sondern auch eines der am stärksten beanspruchten. Seine Stabilität erhält es durch ein kompliziertes System aus Bändern, der Gelenkkapsel und Muskeln, das jedoch sehr anfällig für Verletzungen und Funktionseinschränkungen ist.

Die meisten Beschwerden lassen sich durch konservative Therapien erfolgreich bekämpfen. Manchmal ist allerdings auch eine Operation an der Schulter erforderlich, um eine Beschwerdefreiheit zu erreichen. Mit Ausnahme der Schulterprothese besteht ein solcher Eingriff in der Arthroskopie des Schultergelenks. Die Gründe hierfür können vielfältig sein.

Rotatorenmanschettenläsionen

Bei Patienten ab dem 45. Lebensjahr resultieren Rotatorenmanschettenrupturen meist aus Verschleißerscheinungen. Bei jüngeren Personen kommt häufig auch eine unfallbedingte Verletzung der Sehnenplatte als Ursache infrage.

Die Fixation der abgerissenen Sehnen am Knochen geschieht mithilfe von Fadenankern aus Titan oder bioauflösbarem Material. Die Rekonstruktion wird dabei in der sogenannten Zweireihentechnik durchgeführt. Der Sehnenansatz wird hierbei durch besondere Nahttechniken flächig an seinem knöchernen Ursprung angeheftet.

Anatomische Schulterprothese, Illustration mit BeschreibungDa die Sehnen der Rotatorenmanschette nur gering durchblutet sind, ist der Heilungsverlauf entsprechend langwierig. Eine konsequente Lagerung in speziellen Schulterorthesen für vier bis sechs Wochen nach der OP ist daher unumgänglich. Mit der Physiotherapie wird in der Regel schon ab dem ersten Tag nach dem Eingriff begonnen, um die bestmögliche Beweglichkeit zu erhalten.

Instabilitäten und Auskugelungen

Die Schulterinstabilität kann aus zwei Ursachen resultieren. Sie ist entweder angeboren oder durch einen Unfall bedingt. Bei der angeborenen Instabilität ist das Stützgewebe des Körpers zu schwach, um den Oberarmkopf in der Gelenkpfanne zu halten. Dadurch springt die Schulter auch ohne größere Gewaltanwendung aus dem Gelenk.

Eine unfallbedingte Instabilität entsteht beispielsweise durch eine Auskugelung des Armes. Hierbei können die Gelenklippe, die Kapsel oder die Gelenkbänder einreißen oder Knochenbrüche am Oberarmkopf oder der Gelenkpfanne auftreten. Diese Form der Instabilität tritt vor allem bei Kontaktsportarten, Sportarten mit großer Sturzhäufigkeit oder bei Überkopf-Arbeiten zutage.

Bei angeborenen Instabilitäten setzt die Medizin auf physiotherapeutische Übungs- und Trainingsprogramme. Operiert wird hier nur selten. Resultiert die Instabilität aus einer Verletzung, können bei einem operativen Eingriff die Bänder genäht, die Gelenkkapsel gestrafft und abgerissene Strukturen am Rand der Gelenkpfanne mit Fadenankern befestigt werden. Bei sehr ausgedehnten Defekten der Gelenkpfanne ist auch die Übertragung eines Knochenspans aus dem Beckenknochen möglich.

Heilung

Nach der OP wird die Schulter für zwei bis drei Wochen mithilfe einer Armschlinge ruhiggestellt, da die Nähte sonst wieder ausreißen könnten. Anschließend beginnt ein Bewegungstraining nach festgelegtem Schema. Für insgesamt drei Monate darf die Schulter nicht belastet werden. Auf Kontakt- und Wurfsportarten müssen die Patienten bis zu sechs Monate verzichten.

Impingmentsyndrom

Das Schultergelenk ist von Muskeln umschlossen, die der Bewegung und der Stabilisierung des Gelenks dienen. Die Sehnen dieser sogenannten Rotatorenmanschette verlaufen innerhalb eines schmalen knöchernen Kanals zwischen Schulterblatthöhe und Oberarmkopf. Wird dieser Kanal altersbedingt oder durch andauernde Überkopfbelastung enger, entsteht das äußerst schmerzhafte Impingmentsyndrom, das zu Schleimbeutelentzündungen, zur Schädigung der Sehnenansätze und im fortgeschrittenen Stadium auch zum Abreißen einzelner Sehnen führen kann.

VIDEO – Schulteranatomie, Rotatorenmanschettenläsionen, Auskugelungen und Impingement Syndrom erklärt

Eine Operation des Impingmentsyndroms empfiehlt sich, wenn starke knöcherne Anbauten am Schulterdach und eine Beeinträchtigung der Supraspinatussehne oder konservativ nicht therapierbare chronische Begleiterscheinungen vorliegen.

Der Eingriff soll den knöchernen Kanal erweitern und die Sehnenintegrität wieder herstellen. Außerdem können der Knochensporn vom Schulterdach und der entzündete Schleimbeutel entfernt werden. Bei Bedarf wird die Muskelsehne geglättet oder rekonstruiert.

HEILUNG

Die Nachbehandlung besteht in Bewegungsübungen unter Anleitung eines Physiotherapeuten, die in der Regel schon einen Tag nach der OP beginnen. Wie lange Therapie dauert, hängen insbesondere davon ab, ob während des Eingriffs eine Rotatorenmanschetten-Rekonstruktion durchgeführt wurde.

Schultergelenksarthrosen

Altersbedingte Verschleißprozesse, Durchblutungsstörungen des Oberarmkopfes und in Fehlstellung verheilte Schultergelenksbrüche können zu einem Verlust des Gelenkknorpels und erheblichen Verformungen des Schultergelenks führen. Die daraus folgende Rückbildung der Muskulatur führt zur zunehmenden Einsteifung des Gelenks bis hin zur weitgehenden Gebrauchsunfähigkeit des Arms.

Im Rahmen eines operativen Eingriffs kann degenerativ entzündlich verändertes Knochen-Knorpelgewebe am Oberarmkopf entfernt. Abhängig vom Alter des Patienten, dem Grad der Schultergelenkarthrose und deren Begleitsymptomen wird gemeinsam mit dem Betroffenen entschieden, ob Knorpel-reparative Maßnahmen genügen oder die Implantation einer Endoprothese erforderlich ist.

In den meisten Fällen lässt sich durch die Operation eine Schmerzfreiheit erreichen. Im Normalfall kann der Arm schmerzfrei bis zur Schulterhöhe bewegt werden. Bei guter muskulärer Führung sind auch Bewegungen darüber hinaus möglich.

Nahrungsergänzungen bei Schulterarthrose

Im frühen Stadium können Nahrungsergänzungen wie Glucosamin, Chondroitinsulfat und Vitamine (hauptsächlich Vitamin C, Vitamin D und Vitamin E) möglicherweise das Fortschreiten der Krankheit zu verlangsamen. Da geeignete klinische Studien jedoch häufig noch fehlen, sind die beobachteten Effekte oft nicht empirisch abzusichern.

Gesichert allerdings ist zu Vitamin D, dass es essentiell für den Kalziumstoffwechsel und den Knochenaufbau ist. Poröse Knochen (Osteoporose) können in höherem Alter zu Knochenbrüchen führen. Zudem führen instabile Knochen zu zusätzlichen Komplikationen beim Einsatz von künstlichen Gelenken.

Zudem zeigen neuere Forschungen, dass Nahrungsergänzungen, wie z. B. Glucosaminsulfat, die Beweglichkeit oder das Schmerzempfinden positiv beeinflussen können.

Darüber hinaus helfen Omega-3-Fettsäuren dabei, Entzündungen und Schmerzen im Gelenk zu verringern. Dadurch ist es möglich, den Schmerzmittelkonsum einzuschränken, was das Risiko schwerer Nebenwirkungen durch Schmerztabletten deutlich reduzieren könnte.

Generell gilt, dass eine gesunde Lebensweise mit ausreichend Bewegung und abwechslungsreicher, fettarmer Kost, den Krankheitsverlauf der Arthrose verlangsamen kann. Nahrungsergänzungsmittel sind zwar nicht unbedingt notwendig. Allerdings ist die Ernährung in der Realität selten so gesund wie es sich die betroffenen Personen vornehme, und da können Nahrungsergänzungen eine sehr sinnvolle Basistherapie darstellen.

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Schlüsselbeinbrüche

Der Bruch des Schlüsselbeins resultiert für gewöhnlich aus einem Sturz auf die Schulter. Besonders häufig betroffen sind Personen, die sturzgefährdende Sportarten wie Fußball, Radfahren oder Skifahren ausüben.

Bei Patienten mit starker sportlicher oder beruflicher Schulterbelastung sowie bei Brüchen mit übereinanderliegenden Bruchstücken oder kompletter Verschiebung empfiehlt sich die operative Behandlung des Schlüsselbeinbruchs. Dies führt nicht nur meist zu günstigeren Ergebnissen, sondern verkürzt auch die Nachbehandlungszeit. Bei dem offenen Eingriff werden zunächst die Bruchstücke in die richtige Stellung gebracht und anschließend mit einer Mitall- oder Titanplatte stabilisiert.

Heilungsdauer

Nach der Operation wird der Arm bis zur Entfernung der Fäden nach circa vierzehn Tagen in einer Schlinge entlastet. Die Patienten haben dadurch weniger Schmerzen und die Wunde heilt in Ruhe ab. Ab der dritten Woche darf die Schlinge abgenommen und der Arm ohne Gewichte bewegt werden. Die meisten Brüche heilen innerhalb von zwölf Wochen stabil aus. Die Platte sollte mindestens ein Jahr in der Schulter verbleiben. Danach wird sie in einem ambulanten Eingriff wieder entfernt.

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