Steißbein Operation

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Das Steißbein stellt, evolutionär betrachtet, ein entwicklungsbedingtes Artefakt dar. Es spielt eine wichtige Rolle bei diversen Bewegungsabläufen und dient als Ansatz- bzw. Ursprungspunkt verschiedener Muskeln und Bänder des Beckenraums.

Aufgrund seiner Lage am unteren Ende der Wirbelsäule ist das Steißbein insbesondere bei Stürzen auf das Gesäß besonders gefährdet. Doch auch andere Erkrankungen können diese aus vier bis fünf einzelnen Wirbeln bestehende Struktur betreffen und unter Umständen eine Operation nötig machen.

Die wichtigsten Gründe für eine Steißbein Operation

Beschwerden am Steißbein resultieren häufig aus klassischen Frakturen sowie aus Luxationen. Charakteristisch hierfür sind starke, teils über Wochen anhaltende Schmerzen, insbesondere beim Sitzen oder Laufen. Während sich eine Luxation in der Regel verhältnismäßig einfach behandeln lässt, stellen Steißbeinbrüche oft eine Herausforderung dar. Eine operative Versorgung der Fraktur wird indes nur dann in Betracht gezogen, wenn die Schmerzen trotz konservativer Behandlung nicht abklingen und der Patient unter Instabilitäten leidet.

Ein weiterer, wesentlich häufigerer Grund für eine Steißbein Operation ist die Steißbeinfistel (Sinus pilonidalis), eine chronisch auftretende entzündliche Erkrankung im Bereich der Gesäßfalte. Diese entsteht gemeinhin durch in die Haut eingewachsene Haare, kann aber auch durch angeborene Fehlbildungen des Steißbeins oder eine starke Prellung bedingt sein.

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Operationsmethoden zur Entfernung von Steißbeinfisteln

Die Steißbein Operation, das heißt, die chirurgische Eröffnung des Fistelgangs, ist für die erfolgreiche Behandlung der Steißbeinfistel unumgänglich. Für diesen medizinischen Eingriff gibt es verschiedene Verfahren, die alle unter örtlicher Betäubung oder in Vollnarkose im Krankenhaus durchgeführt werden.

Operation mit offener Wundheilung

Bei dieser Variante wird die Fistel mit einem Skalpell gespalten, damit das Blut- und Eitersekret ungehindert ablaufen kann. Anschließend wir die Fistel eingefärbt, um alle Fistelgänge deutlich sichtbar zu machen. Danach wird der gesamte Bereich bis ins gesunde Gewebe hinein ausgeschnitten. Dies zieht je nach Größe und Art der Steißbeinfistel zum Teil erhebliche Wunden nach sich, die nicht genäht, sondern mit einer Tamponade ausgefüllt werden, um eine langsame Wundheilung sicherzustellen. Die Wundheilung kann sich hierbei über mehrere Monate hinziehen.

Operation mit Zunähen der Wunde

Diese Operationsmethode unterscheidet sich von der ersten dadurch, dass die Wunde durch Zunähen verschlossen wird. Dies bietet den Vorteil der schnelleren Wundheilung, allerdings besteht ein größeres Risiko für Wundinfektionen und Heilungsstörungen.

Mann mit Wirbelsäule

Alternativen zum klassischen Operationsverfahren bei Steißbeinfisteln

Minimalinvasive Operationstechniken wie die Steißbeinfisteloperation nach Karydakis oder das Pit-Picking nach Bascom bieten eine Alternative zur großzügigen Entfernung der Entzündungsherde.

Pit-Picking nach Bascom

Dieses Verfahren wird ausschließlich ambulant und unter lokaler Betäubung durchgeführt und dauert meist nur einige Minuten. Da die Fistelgänge in der Falte möglichst knapp herausgeschnitten werden, entstehen nur wenige Millimeter große Schnittwunden. Seitlich der Falte sorgt ein Entlastungsschnitt dafür, dass sich alles „Entzündliche“ entleeren kann. Zum Abschluss wird die Wunde austamponiert oder ein Wundverband angelegt. Nach einer kurzen Erholungsphase können die Patienten die Klinik wieder verlassen.

Steißbeinfisteloperation nach Karydakis

Die Karydakis OP wird stationär unter Vollnarkose durchgeführt. Bei diesem Eingriff erfolgt das Herausschneiden der Fisteln von der Seite her. Später wird die Haut der gegenüberlegenden Seite über die Wunde gezogen und vernäht. Hieraus ergeben sich bessere Heilungsbedingungen. Die Heilungsdauer beträgt, sofern keine Störungen auftreten, etwa zehn Tage. Laut einer Studie der Ludwig-Maximilians-Universität München ist dies die Operationsmethode mit der geringsten Rezidivrate 1

Wie lässt sich die Wundheilung beschleunigen?

Für die Nachbehandlung von Fistelwunden gibt es unterschiedliche Ansichten, daher sollte die Therapie grundsätzlich mit dem behandelnden Arzt abgestimmt werden. Eine gesunde Ernährung trägt ebenso zum schnelleren Abheilen der Wunde bei wie der Verzicht auf Alkohol und Tabak. Des Weiteren empfehlen sich:

  1. das Ausduschen der Wunde, vor allem nach dem Stuhlgang,
  2. Sitzbäder und
  3. das Ausspülen der Wunde mit einer Wundspüllösung.
  1. Cornelia Choplain , Retrospektive Studie zur Therapie, Rezidiv- und Primärheilungsrate des Sinus pilonidalis unter besonderer Berücksichtigung des Pit picking Verfahrens, 2015, S. 51
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