Bänder, Behandlung, Operationen, Sehnen

Operationen an Gelenken und Sehnen – Überblick

Bänder und Sehnen halten Muskeln und Knochen zusammen und sorgen dafür, dass sich die Gelenke stabil innerhalb ihrer vorgesehenen Bewegungsrichtungen bewegen.

Operationen an Sehnen

Bänderrisse sind eine der häufigsten Operationen. Ein Bänderriss kann schmerzhaft sein, muss es aber nicht. Häufig genug wird ein lange zurückliegender Riss z.B. dess Kreuzbandes erst bei einer späteren Untersuchung festgestellt.

Die bekanntesten, häufigsten Bänderrisse sind:

Achillessehnenreizung und -riss

Die Achillessehne ist die stärkste Sehne des Menschen. Sie verbindet die Wade mit dem Fuß und bewegt so das Sprunggelenk.

Die Belastung der Achillessehne ist sehr hoch.

Mit jedem Schritt, insbesondere beim Laufen, muss der Fuss das Körpergewicht hochstemmen.

Wenn man sich beim Laufen abstösst, wird die Achillessehne mit dem mehrfachen des Körpergewichts belastet.

Die Achillessehne ist die stärkste Sehne des Menschen.

Zwei Kreuzbänder, das vordere und das hintere Kreuzband, sind für die Stabilität des Knies nach vorne und hinten hauptverantwortlich. Ein Riss des vorderen Kreuzbandes ist der häufigste Bänderriss.

Das hintere Kreuzband reisst deutlich seltener. Zu etwa der Hälfte der Fälle führt ein Riss des vorderen Kreuzbandes auch zu einer Verletzung des Meniskus. Bei einer Kreuzband OP wird gleichzeitig deshalb oft auch der Meniskus operiert.

Die Aussenbänder und Innenbänder (Seitenbänder) im Knie geben dem Knie Stabilität nach links und rechts.

Sie verbinden den Oberschenkelknochen mit dem Schienbein.

Eine Dehnung, Zerrung, ein Teilriss oder ein vollständiger Riss des Aussenbandes ist meist Folge eines Unfalls, insbesondere eine Sportunfalls wie er beim Fußball oder Handball vorkommt.

Knieoperationen, beispielsweise bei einem Meniskusschaden oder eine Bakerzyste, zählen mittlerweile zu den häufigsten chirurgischen Eingriffen.

Die Syndesmose sind zwei Bänder, die das Schienbein und das Wadenbein zusammenhalten.

Ist die Syndesmose beschädigt, führt die Belastung auf Wadenbein und Schienbein dazu, dass die beiden Knochen am Sprunggelenk auseinandergedrückt werden. Das ist äußerst schmerzhaft.

Das Wadenbein und das Schienbein sitzen nicht mehr richtig im Sprunggelenk.

Gelenkoperationen

Gelenke sind bewegliche Verbindungsstücke zwischen den Knochenenden. Der menschliche Körper verfügt über insgesamt 140 dieser Strukturen, die zum Teil Belastungen von bis zu 1,5 Tonnen standhalten.

Oft wissen wir unsere Gelenke jedoch erst zu schätzen, wenn sie aufgrund pathologischer Veränderungen oder Verletzungen nicht mehr reibungslos funktionieren.

Gelenkprobleme treten nicht nur mit zunehmendem Alter ein, sie resultieren oftmals auch aus Unfällen, Entzündungen oder Übergewicht.

Sport und Bewegung bei Arthrose

Reichen konservative Therapien nicht aus, um die Beschwerden zu lindern, bleibt als letzter Lösungsweg nur eine Operation am Gelenk.

Arten von Gelenkoperationen

Bei Gelenkoperationen wird grundsätzlich in gelenkerhaltende und gelenkersetzende Eingriffe unterschieden. Die am häufigsten durchgeführte gelenkerhaltende Operationsform ist die Arthroskopie, die vorwiegend bei Kniegelenksproblemen, aber auch bei Erkrankungen der Hüft-, Ellbogen-, Schulter- und Sprunggelenke und in seltenen Fällen auch an den Handgelenken zur Anwendung kommt.

Bei dieser Methode wird das Gelenk nicht nur „gespiegelt“, sondern oftmals auch gleich minimal-invasiv behandelt. Zu den wichtigsten Gründen für arthroskopische Operationen zählen folgende:

Die Arthroskopie verdrängt aufgrund der geringeren Risiken und des besseren Heilungsverlaufs zunehmend die Arthrotomie, die operative Eröffnung des Gelenks. Diese beschränkt sich mittlerweile weitgehend auf Einsatzgebiete wie:

  • endoprothetische Ersatzplastiken
  • Gelenkversteifungen und -teilsperrungen
  • Wiederherstellung der Beweglichkeit
  • Tumorchirurgie

Kniegelenk

Da all diese Bestandteile anfällig für Verschleiß und Verletzungen sind, zählen Knieoperationen, beispielsweise bei einem Meniskusschaden oder eine Bakerzyste, mittlerweile zu den häufigsten chirurgischen Eingriffen.

Das Kniegelenk, das größte Gelenk des menschlichen Körpers, bildet die bewegliche Verbindung zwischen Oberschenkelknochen und Schienbein.

Es handelt sich um ein zusammengesetztes Gelenk, das aus zwei Einzelgelenken (Kniekehlgelenk und Kniescheibengelenk) sowie aus Bändern und Sehen besteht.

Knieoperationen, beispielsweise bei einem Meniskusschaden oder eine Bakerzyste, zählen mittlerweile zu den häufigsten chirurgischen Eingriffen.

Auch die Endoprothetik spielt am Kniegelenk eine immer größere Rolle.

So lag die Zahl der Knie-Endoprothesen-Erstimplantationen in Deutschland im Jahr 2014 bei über 130.0001.

Nach dem Kniegelenk ist das Hüftgelenk das zweitgrößte Gelenk des Menschen. Es verbindet den Oberschenkelknochen und das Becken und garantiert dank seiner Bauweise als Kugelgelenk eine große Bewegungsfreiheit.

Hüftbeschwerden haben unterschiedlichste Ursachen. Sie können aus einem altersbedingten Verschleiß resultieren, aber auch aus angeborenen Formveränderungen, stoffwechselbedingten Durchblutungsstörungen, rheumatischen Erkrankungen, Entzündungen oder Unfällen.

Sofern möglich, erfolgen Hüft-OPs gelenkerhaltend. Bei starken Schädigungen oder irreparablen Fehlstellungen kann jedoch auch der Ersatz des Hüftgelenks durch eine Prothese erforderlich sein.

Schultergelenk

Beim Schultergelenk handelt es sich ebenfalls um ein Kugelgelenk. Es wird vom Oberarmkopf und einer flachen Einwölbung am Schulterblatt, der Schulterpfanne, gebildet und ist das beweglichste Gelenk des menschlichen Körpers.

Diese Beweglichkeit resultiert daraus, dass der Knochen des Oberarmkopfes deutlich größer ist als die Schulterpfanne. Das ist jedoch zugleich der Grund für eine höhere Verletzungsanfälligkeit und Instabilität dieses Gelenks.

Eine Schulteroperation kann beispielsweise erforderlich werden, wenn chronische Verschleißerscheinungen die Lebensqualität massiv einschränken, durch eine Schulterluxation angrenzende Strukturen geschädigt wurden oder eine chronische Instabilität des Schultergelenks vorliegt.

Sprunggelenk

Das Sprunggelenk verbindet Waden- und Schienbein mit den Fußknochen. Es setzt sich aus dem oberen und dem unteren Sprunggelenk zusammen, die eine funktionelle Einheit bilden.

Beim aufrechten Stehen und Gehen hat dieses Gelenk das gesamte Körpergewicht zu tragen und auf Fuß und Boden zu verteilen und muss dabei besonders starke Belastungen aushalten.

Meist sind Sprunggelenk-Beschwerden auf einen Verschleiß des Gelenkknorpels im oberen Sprunggelenk zurückzuführen.

Ziel von Sprunggelenksoperationen ist grundsätzlich das Wiederherstellen der Belastbarkeit und der dauerhafte Erhalt des Gelenks.

Ellbogen

Beim Ellbogengelenk bilden drei Teilgelenke, das Oberarm-Ellen-Gelenk, das Oberarm-Speichen-Gelenk und das proximale Ellen-Speichen-Gelenk, eine funktionelle Einheit, welche von einer gemeinsamen Gelenkkapsel eingehüllt ist.

Die drei Teilgelenke ermöglichen dem Unterarm und der Hand einen großen Bewegungsumfang.

Operationen am Ellbogen

Sie sind aufgrund ihrer Komplexität aber auch anfällig für Überlastungsschäden und Verletzungen, die oftmals zu Bewegungseinschränkungen und dauerhaften Schmerzen führen.
Da Erkrankungen und Verletzungen des Ellenbogens meist komplexer Natur sind und sich Nerven und Gefäße in unmittelbarer Nähe befinden, ist für eine erfolgreiche operative Behandlung ein auf diese Eingriffe spezialisierter Operateur erforderlich.

Wirbelsäule

Die Wirbelsäule hält zum einen den Körper aufrecht und trägt das Gewicht von Kopf, Rumpf und Armen und schützt zum anderen das im Wirbelkanal verlaufende Rückenmark. Sie besteht aus 24 freien und acht bis zehn zu Kreuz- und Steißbein verwachsenen Wirbeln sowie 23 Bandscheiben.

Zahlreiche Bänder gewährleisten einen festen Zusammenhalt und die Beweglichkeit der Wirbel untereinander. Der häufigste Grund für einen chirurgischen Eingriff an der Wirbelsäule ist der Bandscheibenvorfall, der zu 90 Prozent die Lendenwirbelsäule betrifft.

Eine Operation ist spätestens dann unumgänglich, wenn es durch den Druck der Bandscheiben auf die Nervenwurzeln zu neurologischen Ausfällen wie Taubheit, Lähmungen oder Blasenstörungen kommt.

Gelenkfehlstellungen

Gelenkfehlstellungen können angeboren oder auch erworben sein.

So kommen zwei bis drei Prozent aller Neugeborenen mit einer Hüftgelenksdysplasie zur Welt, die unbehandelt zu einer dauerhaften Schädigung der Gelenkpfanne oder des Hüftkopfes führen kann.

Häufige Krankheitsbilder sind:

  • X- und O-Beine (Genu valgum, Genu varum),
  • Fußfehlstellungen (Ballenfuß, Hammerzeh),
  • Hüftfehlstellungen,
  • Fehlstellungen nach gelenknahen Brüchen und
  • Längen- und Torsionswinkeldifferenzen (Verdrehungen) langer Röhrenknochen, z. B. nach Trümmerbrüchen.

Eine operative Korrektur von Gelenkfehlstellungen kommt insbesondere dann in Betracht, wenn starke Beschwerden im Alltag, im Beruf oder beim Sport zu einer Minderung der Lebensqualität führen. Um eine Operation zu rechtfertigen, sollten die Schmerzen sowohl klinisch als auch durch bildgebende Verfahren nachvollziehbar sein und eine Aussicht auf eine Besserung bestehen.

Quellen

  1. Bundesauswertung zum Erfassungsjahr 2014 – 17/5 – Knie-Totalendoprothesen-Erstimplantation, Seite: 8

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