Operationen

Operationen am Ellenbogen

Operationen am Ellenbogen

Im Ellenbogengelenk sind der Oberarmknochen und die beiden Unterarmknochen gelenkig miteinander verbunden. Die Ă€ußerst komplexe Struktur ist von einer gemeinsamen Gelenkkapsel und wichtigen Nerven und GefĂ€ĂŸen umgeben.

Da der Ellenbogen an allen Bewegungen des Armes beteiligt ist, können schon kleine Verletzungen große Funktionseinbußen mit sich bringen und das Greifen, Werfen, Schlagen oder StĂŒtzen erschweren oder unmöglich machen.

Wann ist ein chirurgischer Eingriff am Ellenbogen unumgÀnglich?

Schmerzen am Ellenbogengelenk sind hĂ€ufig harmlos. Meist lassen sie sich relativ schnell mit Schonung, Ruhe und KĂŒhlung oder anderen konventionelle Behandlungsmaßnahmen vertreiben.

Bringen diese keinen ausreichenden Erfolg, kann eine Ellenbogen-OP Abhilfe schaffen. Das kann sowohl bei akuten Verletzungen als auch bei chronischen Erkrankungen und Überlastungs-Syndromen der Fall sein.

InstabilitÀt des Ellenbogens

Nach akuten, nicht ausreichend behandelten Band-Verletzungen kann eine chronische InstabilitĂ€t des Ellenbogens ebenso auftreten wie durch Überlastung. Der Patient selbst nimmt die InstabilitĂ€t kaum wahr.

Fast immer wird sie vom Gehirn als Schmerz ĂŒbersetzt und in drei Viertel aller FĂ€lle zunĂ€chst ĂŒbersehen oder als Golfer- oder Tennisarm fehlinterpretiert. Wird keine Stabilisierung durchgefĂŒhrt, kann eine lange verschleppte InstabilitĂ€t zur frĂŒhzeitigen Arthrose des Ellenbogens fĂŒhren.

Stellt der Arzt eine SchĂ€digung der BĂ€nder fest, muss operiert werden. Handelt es sich um eine akute InstabilitĂ€t, wird je nach Grad und Ort der SchĂ€digung der Bandapparat innen- oder außenseitig rekonstruiert.

 

Die klassische Variante ist der Bandersatz mittels eigener Sehne, Àhnlich wie bei einer Kreuzbandruptur am Knie. Die Sehne wird aus dem Trizeps oder am Knie entnommen und in Knochentunneln verankert.

InstabilitĂ€ten auf der Außenseite des Ellenbogens können zum Teil rein arthroskopisch stabilisiert werden. Das Ergebnis ist zwar nicht ganz so gut wie beim Bandersatz, fĂŒr Patienten mit weniger hohen AnsprĂŒchen an das Gelenk ist das jedoch eine gute, sehr gewebeschonende Alternative.

Bei beiden Techniken behandelt und refixiert der Chirurg auch die ĂŒberlasteten Beuge- und Strecksehnen. Auf der Innenseite wird gegebenenfalls der oft eingeklemmte und ĂŒberdehnte Nerv befreit.

Zur Operation erhĂ€lt der Patient eine Nervenblockade, die zwar den Arm lĂ€hmt, dafĂŒr aber die Schmerzen nimmt. Diese BetĂ€ubung hĂ€lt zwei bis drei Tage an, wĂ€hrend der es sich empfiehlt, im Krankenhaus unter Beobachtung zu bleiben.

Hinweise zur Heilung:

Nach einer Stabilisierungs-OP erhĂ€lt der Patient fĂŒr sechs Wochen eine Bewegungsschiene mit vorgegebenem Bewegungslimit. Anschließend folgt eine gezielte Physiotherapie.

Nach etwa drei Wochen wird bei vielen Betroffenen das Beugen des Gelenks etwas schwieriger, da die verheilende Operationswunde den Ellbogen in Streckung zwingt. Hier gilt es, im Rahmen der Physiotherapie aktiv das Biegen zu trainieren.

Normale sportliche BetÀtigung ist in der Regel nach vier Monaten möglich, Wettkampf- und Kontaktsport nach etwa acht Monaten.

 

Gelenksteife

Eine Versteifung des Ellenbogens kann aus unterschiedlichsten Ursachen resultieren. In Fehlstellung verheilte KnochenbrĂŒche und freie Gelenkkörper können die Beweglichkeit ebenso einschrĂ€nken wie Verklebungen oder die Schrumpfung der Kapsel infolge einer langen Ruhigstellung.

Störende leichte bis mittlere Ellenbogengelenksteifen werden arthroskopisch behandelt. Das bedeutet, der Chirurg löst Verklebungen der Ellenbogenkapsel im SchlĂŒssellochverfahren, entfernt freie Gelenkkörper und trĂ€gt blockierende knöcherne Sporne ab.

Bei einer ausgeprĂ€gteren Steife wĂ€hlt der Arzt entweder eine Kombination aus arthroskopischer und offener Operation oder operiert direkt offen ĂŒber einen innenseitigen, außenseitigen oder rĂŒckwĂ€rtigen Schnitt.

Hinweise zur Heilung:

In den Wochen nach einer Gelenklösung (Arthrolyse) muss der Patient aktiv mitarbeiten, um einen maximalen Behandlungserfolg zu ermöglichen. Eine intensive Krankengymnastik ist ebenso erforderlich wie die konsequente DurchfĂŒhrung erlernter EigenĂŒbungen. Mit der Mobilisation wird sofort nach der Ellenbogen-Operation begonnen, da das Gelenk sonst schnell wieder versteift.

Tennis- oder Golfer-Ellenbogen (Epicondylitis radialis/ulnaris)

Unter den Begriffen Tennis- oder Golfer-Ellenbogen werden Schmerzen am Ă€ußeren oder inneren Gelenkknorren des Ellenbogens zusammengefasst, die einer Überlastung der Unterarm-Streck- oder -Beugemuskulatur geschuldet sind. Bleiben die Beschwerden in hartnĂ€ckigen FĂ€llen auch bei konsequenter konservativer Therapie bestehen, kann sich eine Ellenbogen-OP empfehlen.

Zur operativen Behandlung des Tennisarms wurde frĂŒher ein etwa fĂŒnf Zentimeter langer Hautschnitt angelegt, um degeneriertes Gewebe im Sehnenansatzbereich zu entfernen und Streck- bzw. Beugesehnendefekte zu beheben.

Mittlerweile kann der Arzt die Operation auch per Arthroskopie durchfĂŒhren, wobei sich mit der richtigen Technik auch eine stabile Refixation der Strecksehnen erreichen lĂ€sst.

Beim Golferarm bleibt nur ein offener chirurgischer Eingriff, da bei einer Arthroskopie der nahegelegene Nervus ulnaris, ein Nerv, der den Unterarm und die Hand versorgt, verletzt werden könnte.

Der Operateur legte am inneren Ellenbogen einen vier bis sieben Zentimeter langen Hautschnitt an und durchtrennt schrittweise die darunterliegende Fettschicht. Anschließend schneidet er die Muskelfaszie des Muskulus pronator (ein am inneren Ellenbogen fixierter Beugemuskel) auf, unter dem sich die eingerissenen, entzĂŒndlich verĂ€nderten Sehnenfasern befinden.

Die defekten Sehnenanteile werden herausgeschnitten und der Muskel an seiner Ursprungsstelle befestigt. Zum Abschluss wird die Wunde mit einer Hautnaht verschlossen und der Arm mit einer Oberarmgipsschiene ruhiggestellt.

Hinweise zur Heilung:

Die Naht wird nach der Ellenbogen-Operation fĂŒr sechs Wochen mit der Ellenbogenschiene geschĂŒtzt. Danach folgen ein sechswöchiger allgemeiner Kraftaufbau und ein dreimonatiges spezifisches Training.

Der Patient wird fĂŒr mindestens zwei Wochen krankgeschrieben, bei manuellen Berufen acht Wochen. Volle Belastung und Kontaktsportarten sind frĂŒhestens vier Monate nach dem Eingriff erlaubt.

VIDEO - Tennisarm Operation und Behandlung

Arthrose des Ellenbogens

Aufgrund der geringeren Belastung tritt eine Arthrose am Ellenbogengelenk zwar seltener auf als beispielsweise am Knie oder an der HĂŒfte, allerdings stellt die damit verbundene BewegungseinschrĂ€nkung in der Regel ein grĂ¶ĂŸeres Problem dar.

Der Patient kann den geschwollenen Ellenbogen nur schwer beugen und strecken, sodass die Funktion des Armes erheblich eingeschrÀnkt ist.

Die operative Arthrosetherapie ist mittlerweile sehr weit entwickelt. Als erster Schritt wird meist eine Arthroskopie durchgefĂŒhrt, um die schmerzende Gelenkhaut, freie Gelenkkörper und scharfkantige Knochenwucherungen (Osteophythen) zu entfernen.

Bei jĂŒngeren Patienten mit hoher Gelenkbelastung kann die OberflĂ€che des Gelenks neu ĂŒberzogen werden, wĂ€hrend bei Ă€lteren Menschen mit moderatem körperlichen Anspruch der Ersatz des Gelenks durch ein Implantat möglich ist.

Bei isolierter Arthrose des Radiohumeralgelenks kann der Chirurg den Radiuskopf entfernen oder ersetzen.

Hinweise zur Heilung:

Die Physiotherapie beginnt direkt am Tag nach der Ellenbogen-Operation. Sobald der Arm abgeschwollen ist, erhĂ€lt der Patient fĂŒr sechs Wochen eine Bewegungsschiene mit vorgegebener Limitation.

Distaler Bizepssehnenabriss

Infolge eines Unfalls oder chronischer Überbelastung kann in seltenen FĂ€llen die Bizepssehne an der Speiche abreißen. Das fĂŒhrt zu einem deutlichen Kraftverlust, der sich durch eine konservative Behandlung nicht bessern lĂ€sst.

Um die Kraft im Arm wiederherzustellen bedarf es eines minimalinvasiven chirurgischen Eingriffs, bei dem der Sehnenstumpf mittels Fadenanker an seiner ursprĂŒnglichen Ansatzstelle refixiert wird.

Hinweise zur Heilung:

Nach der Operation erfolgt eine dreiwöchige Ruhigstellung des Ellenbogengelenks in einer Schulter-Arm-Schiene und eine insgesamt acht- bis zwölf-wöchige begleitende Physiotherapie.

Ab der zehnten Woche kann der Patient mit vorsichtigem Gewichtstraining beginnen. Kraftsport kann ab dem siebenten Monat ohne EinschrĂ€nkungen durchgefĂŒhrt werden.

Nervenengpasssyndrom

Beim Nervenengpasssyndrom ist der Ellennerv eingeengt. Dadurch verspĂŒren die Patienten ein Einschlafen des vierten und fĂŒnften Fingers.

Im weiteren Verlauf kann das Syndrom zum Muskelschwund fĂŒhren. Greifen konservative Behandlungsmaßnahmen nicht, ist eine Ellenbogen-OP ratsam.

Der Umfang und die genaue Art des chirurgischen Eingriffs können sehr unterschiedlich sein. In erster Linie geht es darum, den weiteren Krankheitsverlauf aufzuhalten, ohne noch mehr Schaden anzurichten. Dazu legt der Operateur den Nerv in eine geschĂŒtztere Position oder befreit ihn vom umgebenden Gewebe um den darauf lastenden Druck zu reduzieren.

Hinweise zur Heilung:

Der Nerv erholt sich nach der Operation nur langsam. Bis der volle Effekt des Eingriffs spĂŒrbar wird, können bis zu 18 Monate vergehen. Die postoperative Nachbehandlung ist recht unspezifisch und richtet sich in erster Linie nach den Begleitverletzungen.

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