Ernährung bei Arthrose
Arthrose Arthritis, Ernährung

Richtige Ernährung bei Arthrose

ZUSAMMENFASSUNG

Die richtige Ernährung bei Arthrose macht den Unterschied für die Lebensqualität.  Arthrosepatienten sollten ihr Gewicht reduzieren, um die Gelenke zu entlasten und gesund essen, um Entzündungen im Körper zu hemmen und dem Körper die richtigen Nährstoffe zuzuführen.

Die Arthrose gehört in sehr hohem Maß zu den Erkrankungen, die durch Ernährung in ihrer Entwicklung beeinflusst werden können. Schon sehr früh zeigten Wissenschaftler, dass eine Mangelernährung die Krankheit fördert.

Aber auch Übergewicht und eine fleischreiche Ernährungsweise wirken sich negativ aus. Mit einer ausgewogenen, gesunden Ernährung indes können der Krankheitsverlauf verlangsamt und Symptome gelindert werden.

Dennoch gilt, dass eine Heilung der Arthrose derzeit noch nicht möglich ist.

Ziele der Ernährung bei Arthrose

Die Hauptziele einer Umstellung der Ernährung bei Arthrose sind daher,

  • das Körpergewicht durch eine Reduktionskost zu normalisieren und anschließend relativ konstant zu halten, und

  • dem Körper diejenigen Nahrungsmittel und Mikronährstoffe zu geben, die zu einer effektiven Entzündungsabwehr und dem Gelenkaufbau notwendig sind.

Die folgenden Ratschläge sollten Sie daher versuchen, in Ihren Ernährungsplan einzuarbeiten.

Ein besonderer Tipp: Denken Sie besonders beim Einkaufen an Ihre Gelenke. Meiden Sie bereits im Supermarkt die Fleischtheke und erfreuen Sie sich lieber an frischen Salaten, Gemüse und Obst.

Tierisches Fett meiden!

Besonders tierische und fettreiche Nahrungsmittel fördern die Entwicklung einer Arthrose. Doch warum ist das so?

Gesättigte Fettsäuren und gehärtete Fette fördern die Fettleibigkeit und das Übergewicht, da diese Fettsäuren sehr leicht vom Körper als Speicherfett eingebaut werden können. Zusätzlich kommt es zu Ablagerungen an den Gefäßwänden, was wiederum zu Durchblutungsstörungen führen kann.

Diese Durchblutungsstörungen führen schließlich unter anderem zu einer Minderversorgung des Gelenkknorpels mit Sauerstoff und Nährstoffen. Beides schädigt den Gelenkknorpel zusätzlich.

Ähnlich schlecht sind aber auch Alkohol und Kaffee für Arthrose-Patienten. Insbesondere der Kaffee säuert das Blut an, was die Gelenke zusätzlich angreift.

Zusammenhang zwischen Ernährung und Arthrose: Arachidonsäure

Eine fortgeschrittene Arthrose ist gekennzeichnet durch starke Schmerzen und langwierige Entzündungsprozesse. Dadurch baut der Gelenkknorpel zusätzlich ab und auch die Qualität der Gelenkflüssigkeit (Synovia) verringert sich deutlich.

Wenn das Gelenk nicht mehr ausreichend geschmiert wird, erhöht sich der Abrieb, was neue Entzündungen hervorrufen kann. Dieser Kreislauf der Gelenkdegeneration wird durch die hauptsächlich in Fleisch vorkommende Arachidonsäure (eine Omega-6-Fettsäure) aufrechterhalten und gefördert.

Dazu wird die Arachidonsäure im Körper von speziellen Enzymen zu Prostaglandinen umgesetzt. Die Prostaglandine wiederum sind sehr wirksame Entzündungsmediatoren1. Somit nimmt eine fleischreiche Ernährungsweise direkt Einfluss auf das Entzündungsgeschehen im arthritischen Gelenk2.

Omega-3 DHA EPA bei Arthrose

Omega-3-Fettsäuren

Die natürlichen Gegenspieler der Arachidonsäure sind die Omega-3-Fettsäuren. Letztere spielen eine große Rolle in der Ernährung von Arthrosepatienten. Omega-3-Fettsäuren werden von den gleichen Enzymen gebunden wie die Arachidonsäure.

Allerdings können die Enzyme Omega-3-Fettsäuren nicht weiter umsetzen. Dadurch werden weniger Prostaglandine frei und Entzündungsreaktionen werden so vermindert.

Die Omega-3-Fettsäuren beugen aber auch beim Gesunden möglichen nahrungsbedingten Gelenkschäden vor. Die Wirksamkeit der Omega-3-Fettsäuren konnte insbesondere in Schmerzstudien sowie Modellversuchen nachgewiesen werden3 4.

Fettarmes und vitaminreiches Essen für gesunde Gelenke

Ernährung bei Arthrose

Bei Arthrose empfiehlt sich nach derzeitigem Kenntnisstand eine fettarme und vitaminreiche Kost.

Eigentlich unterscheidet sich die Arthrose-Diät nur unwesentlich von einer normalen, ausgewogenen Ernährungsweise.

Besonders geeignet sind kalziumreiche, aber dennoch magere Milchprodukte. Sie enthalten besonders viel Kalzium, Aminosäuren und Vitamin D. Damit lässt sich die Stabilität der Knochen erhöhen.

Olivenöl und reichhaltige Pflanzenfette liefern eine große Menge ungesättigter Fettsäuren. Ballaststoffreiche Lebensmittel wie beispielsweise Naturreis senken den Cholesterinspiegel im Blut und regen gleichzeitig die Darmmotorik an.

Besonders hilfreich für Arthrose-Patienten sind diverse Lauchgemüse wie Lauch, Zwiebeln oder Knoblauch. Deren positiver Einfluss auf die Arthrose konnte bereits in Studien belegt werden.

Schwefel ist wichtig: Knoblauch schützt den Gelenkknorpel

Forscher des King’s College in London untersuchten in einer Zwillingsstudie den Einfluss einer auf Obst und Gemüse basierenden Ernährung auf die Schwere der arthritischen Hüftschäden5. Die ermittelten Daten wurden unter Berücksichtigung von Alter, körperlicher Aktivität und BMI korrigiert und anschließend verglichen. Zusätzlich testeten die Forscher die wirkungsvollsten Stoffe aus den Nahrungsmitteln in Zellkulturen.

Wer täglich viel Obst und Gemüse aß, zeigte eine messbare Verbesserung der Symptome des Hüftschadens. Die geringsten Arthroseschäden im Hüftgelenk hatten die Teilnehmer, die sehr viel Knoblauch aßen. Diese Wirkung wurde durch das für Lauchpflanzen typische DADS (Diallyldisulphid) verursacht. In der Zellkultur sollte DADS schließlich näher charakterisiert werden.

In der menschlichen Knorpelzelllinie SW1353 war DADS gegen Knorpel abbauende Enzyme wirksam. Es hemmte die Aktivität dieser Enzyme deutlich. Dabei könnte es sich den Forschern zufolge um einen Mechanismus zum Erhalt des hyalinen Knorpels im Gelenk handeln.

Für den täglichen Bedarf empfiehlt es sich deshalb, Lauch und vor allem Knoblauch als Mittel gegen Arthrose zu essen.

Gute Schwefellieferanten sind auch MSM und die schwefelhaltigen Aminosäuren Cystein und Methionin.

Wer Glucosamin oder Chondroitin zu sich nimmt, sollte darauf achten, dies in Form von “Glucosaminsulfat” und “Chondroitinsulfat” und nicht als Glucosaminchlorid bzw. Chondroitinchlorid zu kaufen.

Arthrose Arthritis Diagnose

Hilft Fasten bei Arthrose?

Wenn die Ernährung eine so große Rolle bei der Entwicklung der Arthrose spielt, müsste dann nicht Fasten besonders gut helfen, die Symptome zu reduzieren?

Fasten bedeutet im Zusammenhang mit Arthrose nicht, dass der Patient vollständig hungern soll. Vielmehr ist das Fasten hier ein Verzicht auf bestimmte Lebensmittel oder Inhaltsstoffe, um den Körper zu entschlacken, oder um die Krankheit positiv zu beeinflussen.

Nahrungsmittel, die es zu meiden gilt, sind vor allem Kaffee, Alkohol und fettes Fleisch. Damit lassen sich bereits die Übersäuerung und der Prostaglandinhaushalt des Körpers gut kontrollieren. In jedem Fall sollte weder die Fastenkur noch die Ernährungsumstellung ohne Einverständnis eines Arztes oder Facharztes (Orthopäde) begonnen werden. Es gilt immer, Vorerkrankungen und Risiken möglichst frühzeitig erkennen und reduzieren zu können.

Effekte von Fasten wissenschaftlich untersucht

Zum Thema Fasten führte das Kompetenzzentrum zur Naturheilkunde (Universität Jena) bereits zuvor eine Untersuchung durch. Die Teilnehmer der Fastenstudie zeigten dabei bereits nach etwa 14 Tagen deutlich weniger Schmerzen in den von der Arthrose betroffenen Gelenken.

Dies wurde möglicherweise hauptsächlich durch die Gewichtsreduktion und die damit verbundene Entlastung der Gelenke hervorgerufen. Auch nach drei Monaten fand sich dieses Ergebnis. Wahrscheinlich änderte sich in dieser Zeit der körpereigene Endorphinspiegel. Doch auch die verringerte Aufnahme schädlicher Fettsäuren aus tierischen Produkten konnte eine entscheidende Rolle gespielt haben.

Helfen Nahrungsergänzungsmittel tatsächlich bei Arthrose? Die Irrungen und Wirrungen

Viele Nahrungsergänzungen wie Glucosamin, Chondroitinsulfat und Vitamine (hauptsächlich Vitamin C, Vitamin D und Vitamin E) werden als mögliche Hilfsmittel bei Arthrose diskutiert, um das Fortschreiten der Krankheit zu verlangsamen. Da geeignete klinische Studien jedoch häufig noch fehlen, sind die beobachteten Effekte oft nicht empirisch abzusichern.

Beispielsweise scheint Vitamin D entgegen den Erwartungen keine Verbesserung der Gelenkschädigung zu verursachen, aber eben auch keine Verschlechterung6. Gesichert allerdings ist zu Vitamin D, dass es essentiell für den Kalziumstoffwechsel und den Knochenaufbau ist. Poröse Knochen (Osteoporose) können in höherem Alter zu Knochenbrüchen führen. Zudem führen instabile Knochen zu zusätzlichen Komplikationen beim Einsatz von künstlichen Gelenken.

Zudem zeigen neuere Forschungen, dass Ergänzungsmittel, wie z. B. Glucosaminsulfat, die Beweglichkeit oder das Schmerzempfinden positiv beeinflussen können.

Darüber hinaus helfen Omega-3-Fettsäuren dabei, Entzündungen und Schmerzen im Gelenk zu verringern. Dadurch ist es möglich, den Schmerzmittelkonsum einzuschränken, was das Risiko schwerer Nebenwirkungen durch Schmerztabletten deutlich reduzieren könnte 7.

Generell gilt, dass eine gesunde Lebensweise mit ausreichend Bewegung und abwechslungsreicher, fettarmer Kost, den Krankheitsverlauf der Arthrose verlangsamen kann. Nahrungsergänzungsmittel sind zwar nicht unbedingt notwendig.

Allerdings ist die Ernährung in der Realität selten so gesund wie es sich die betroffenen Personen vornehme, und da können Nahrungsergänzungen eine sehr sinnvolle Basistherapie darstellen.

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Quellen

  1. Hardy et al. 2002. Cyclooxygenase 2-dependent prostaglandin E2 modulates cartilage proteoglycan degradation in human osteoarthritis explants. Arthritis & Rheumatism. 46(7), 1789-803
  2. Baker et al. 2012. Association of Plasma n-6 and n-3 polyunsaturated fatty acids with synovitis in the knee: the MOST Study. Osteoarthritis and Cartilage. 20(5), 382–387
  3. Dzielska-Olczak M, Nowak JZ. 2012. Antiinflammatory therapy in ostheoarthritis including omega 3 and omega 6 fatty acids. Polish Merkur Lekarski. 32(191), 329-334
  4. Calder PC. 2006. n-3 Polyunsaturated fatty acids, inflammation, and inflammatory diseases. American Journal of Clinical Nutrition. 83(6 suppl), 1505S-1519S
  5. Williams et al. 2010. Dietary garlic and hip osteoarthritis: evidence of a protective effect and putative mechanism of action. BMC Musculoskeletal Disorders. 11:280
  6. McAlindon et al. 2013. Effect of Vitamin D supplementation on progression of knee pain and cartilage volume loss in patients with symptomatic osteoarthritis – A randomized controlled trial. JAMA. 309(2), 155-162
  7. Gruenwald et al. 2009. Effect of glucosamine sulfate with or without omega-3 fatty acids in patients with osteoarthritis. Advances in Therapy. 26(9), 858-871

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