Vitamin E

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Vitamin E, auch als Tocopherol bezeichnet, ist ein fettlösliches Vitamin und essenzieller Nahrungsbestandteil. Im Körper wirkt es speziell an den Membranen der Zellen, indem es als Radikalfänger wirkt. Radikale sind bei Stoffwechselreaktionen freiwerdende Verbindungen, die freie Valenzen bzw. Sauerstoffbindungen enthalten und so sehr reaktiv sind. Das einfachste Radikal ist das Sauerstoffradikal, welches bei der Zellatmung freigesetzt wird und die Zellen schädigen kann.

Eine große, repräsentative Untersuchung aus 2008 zum tatsächlichen Essverhalten der Deutschen und der Versorgung mit Vitaminen hat ergeben: über 50% der Menschen nehmen nicht einmal die minimal empfohlene Menge Vitamin E zu sich!1

Tocopherol: Ein Vitamin und Helfer

Vitamin E gehört zur Gruppe der fettlöslichen Vitamine. Somit kann es nur mit fettreicher Nahrung überhaupt in den Körper gelangen. Dies ist ein Grund, weshalb gerade Pflanzenöle so reich an Vitamin E sind. Die Schutzfunktion des Tocopherols als Radikalfänger erstreckt sich nicht nur auf die Zellintegrität, sondern ebenso auf den Fettstoffwechsel. Ablagerungen von Fettpartikeln und Cholesterin in Blutgefäßen scheint Vitamin E entgegenzuwirken, wie erste in vitro- und Tierexperimente zeigten.2

Vitamin E in Lebensmitteln

Vitamin E-reiche Lebensmittel sind beispielsweise pflanzliche Öle wie Olivenöl, Sonnenblumenöl oder Maiskeimöl. Auch Fische wie Makrele, Hering und Lachs sind reich an Vitamin E. Eine dritte wichtige Tocopherolquelle ist das Obst. Obstsorten wie z. B. Johannisbeeren, Mangos und Avocados liefern unterschiedlich viel Vitamin E.

Den Empfehlungen der Deutschen Gesellschaft für Ernährung zufolge benötigen Erwachsene circa 12 mg Vitamin E täglich. Diesen Mindestbedarf nimmt die Mehrheit der Deutschen nicht zu sich. Dennoch wird derzeit diskutiert, inwieweit eine Vitamin E-Versorgung bei arthritischen Gelenksveränderungen helfen kann, um weitere Schäden zu vermeiden.

Glucosamin für Knorpelaufbau?

Vitamin E und seine Rolle bei Arthrose

Erste Hinweise auf Zusammenhänge zwischen Gelenksarthrosen und Vitamin E erbrachte eine neuere Studie an Hunden.3 Die Forscher bemerkten einen Anstieg des Vitamin E-Gehaltes in der Synovialflüssigkeit bei Hunden mit einer Arthrose. Eine Deutung der Ergebnisse bleiben die Wissenschaftler jedoch schuldig und verweisen auf die Tatsache, dass dies die erste derartige Studie sei und weitere Forschungen nötig sind, um das Ergebnis bestätigen und erklären zu können.

Etwas anders stellten sich die Konzentrationsverhältnisse im Menschen dar. In einer aus dem Jahr 2009 stammenden Untersuchung wurden die Konzentrationen einiger Antioxidantien in der Synovialflüssigkeit von Arthrosepatienten gemessen.4 Als Vergleichsgruppe dienten Patienten, die infolge eines Unfalls am Knie behandelt wurden. Ein gemessener Parameter war das Vitamin E in der Synovia.

Es stellte sich heraus, dass die Konzentration des Vitamins in der Arthrosegruppe gegenüber der Unfallgruppe deutlich verringert war. Daraus schlussfolgerten die Forscher, dass Vitamin E-Mangel die oxidativen Prozesse im Knie begünstigt und somit eine Arthrose weiter voranschreiten kann. Im Umkehrschluss müsste sich eine Vitamin E-Behandlung dann positiv auf den Verlauf der Knorpelzerstörung auswirken.

Freie Radikale schädigen Gelenkknorpel

Vor diesem Hintergrund lohnt auch ein Blick auf weitere Studien, denn die Bildung reaktiver Sauerstoffradikale infolge schlechter Ernährungsgewohnheiten trägt sehr entscheidend zur Schädigung von Gelenkknorpel bei. Die Radikale greifen die Knorpelzellen an und zerstören deren Struktur. In der Folge wird der Gelenkknorpel schrittweise abgebaut und geht unwiederbringlich verloren. Da Vitamine wie das Tocopherol sehr bedeutende Radikalfänger sind, wird ein Einsatz des Vitamin E bei der Arthrosebehandlung immer wieder diskutiert.5

In Ihrer Arbeit untersuchten Haflah und Kollegen den Einfluss von Vitamin E aus Palmöl auf die Symptome von Arthrosepatienten. Zum Vergleich bekam eine zweite Gruppe von Probanden Glucosaminsulfat. Die Behandlung der insgesamt 79 Teilnehmer mit 400 mg Vitamin E bzw. 1,5 g Glucosamin wurde für 6 Monate fortgesetzt. Die Anwendung beider Substanzen führte letztlich gleichermaßen zu einer Verbesserung der Symptome in den Patienten. Obgleich der Wirkmechanismus des Vitamin E nicht aufgeklärt wurde, ist das Ergebnis der Studie durchaus als hoffnungsvoll einzustufen. Dennoch wollen die Forscher weitere Untersuchungen abwarten, bevor genauere Aussagen zur Wirkung von Tocopherol bei Arthrose getroffen werden können.

Vitamin E bremst Arthrose

Eine weitere Studie aus dem Jahr 2012 beschäftigte sich mit den Auswirkungen freier Radikale auf den Knorpelabbau sowie der Hilfe durch Antioxidantien wie Vitamin E.6 Demnach sind Radikale tatsächlich ursächlich mit einer fortschreitenden Arthrose korreliert. Unter dem Einfluss von Vitamin E wurde dieser Prozess deutlich verlangsamt. Der Status einiger antioxidativer Enzyme und Entzündungsmarker wurde in 40 gesunden Probanden sowie vergleichsweise in weiteren 40 Arthrosepatienten untersucht. Die Messungen erfolgten vor dem Start der Reihe und drei Monate nach der Vitamin E-Gabe. Im Ergebnis verringerten sich einige der gemessenen Faktoren deutlich, während andere nicht signifikant abnahmen.

Die Wissenschaftler schlossen daraus, dass Vitamin E die Entzündung in den betreffenden Gelenken reduzierte und auch das antioxidative Potenzial erhöhte, wodurch Radikale weniger Einfluss auf das Gelenk ausübten. Dennoch sind weitere Studien nötig, um die genauen Effekte des Vitamins zu ergründen sowie die beteiligten Wirkmechanismen aufzuklären.

Antioxidantien wichtig für gesunde Gelenke

Aus Experimenten mit anderen Antioxidantien weiß man bereits, dass diese eine durch Radikale verursachte Apoptose in den Knorpelzellen verhindern können.7 Dies könnte ebenso ein möglicher Wirkmechanismus des Vitamin E sein.

Beer und Kollegen untersuchten darüber hinaus die Verträglichkeit und Auswirkungen einer Vitamin E-Gabe zusätzlich zum Schmerzmittelgebrauch in Arthrosepatienten.8 Insgesamt nahmen 151 Probanden teil, die entweder unter einer Kniegelenks- oder einer Hüftgelenksarthrose litten. Die erste Gruppe umfasste 85 Patienten und erhielt Vitamin E. Die zweite Gruppe bestand aus 61 Teilnehmern und diese bekamen Vitamin E und ein Schmerzmittel in Kombination. Am Ende der 12-wöchigen Studiendauer werteten die Ärzte und Patienten die Effektivität und Verträglichkeit des Vitamin E aus.

Dabei zeigte sich, dass in beiden Gruppen eine Besserung des Zustandes erreicht werden konnte. Jedoch fiel der Effekt mit Vitamin E allein viel schwächer aus und es dauerte zudem viel länger, bis sich eine Wirkung einstellte. Die Kombination zwischen Vitamin E und Schmerzmittel wurde jedoch etwas schlechter toleriert, was möglicherweise auf die Nebenwirkungen der Schmerzmittel zurückzuführen war. Vitamin E als alleinige Therapie sorgte in einigen der Probanden für Hautjucken.

Vitamin E und seine Rolle zur Linderung einer Arthritis

Eine iranische Forschergruppe untersuchte 2011 die Konzentration verschiedener Antioxidantien im Blut von Menschen mit Rheumatoidarthritis.9 Sie verglichen 59 Arthritispatienten mit 60 gesunden Probanden gleichen Alters. Vitamin E und Carotin wurden mittels Chromatografie im Serum der Teilnehmer bestimmt. Beide antioxidativen Substanzen waren im Blut der Patienten mit Rheumatoidarthritis statistisch nachweislich verringert.

Daraus schlossen die Forscher, dass eine Abnahme in der Menge von Vitamin E und anderen antioxidativen Stoffen im Körper eine Arthritis fördern kann. Unterstützend gab es bereits vorher Studien, die einen Zusammenhang zwischen Vitamin E-Mangel und Arthritis sahen. Infolge der Entzündungen im Gelenk werden sehr viele Sauerstoffradikale freigesetzt. Diese schädigen die Knorpelstruktur und ebenso die Knorpel bildenden Zellen. Ist in einem solchen Milieu auch die antioxidative Abwehr gestört, können sich Schäden im Knorpel bei Arthritispatienten ausbilden.

Vitamin E wirkt entzündungshemmend

Ganz ähnlich wie bei der Arthrose, besteht auch im Hinblick auf eine Arthritis ein gesteigertes Interesse nach alternativen Behandlungsmethoden mit antioxidativen Stoffen. Eine sehr umfangreiche Arbeit aus dem Jahr 2012 untersuchte hierzu den Einfluss verschiedenster Nahrungsmittel und deren Inhaltsstoffe auf die Konzentration von Entzündungsmarkern im Blut von Patienten mit Rheumatoidarthritis.10 Mit sehr vielen der untersuchten Stoffgruppen wie beispielsweise Tocopherol, phenolischen Verbindungen oder vielfach ungesättigten Fettsäuren, konnten die Entzündungsreaktionen und die damit im Zusammenhang stehenden Marker reduziert werden.

Diese Arbeit unterstützt die Annahme, dass antioxidative Substanzen wie Vitamin E zur Therapie von rheumatischen Erkrankungen geeignet sein könnten.

Produkttest: Gelenknahrungen mit Vitamin E im Vergleich

Versorgen Sie Ihre Gelenke mit allen Nährstoffen, die sie brauchen. Hier finden Sie eine Übersicht der besten Gelenknahrungen.

Gelenkprodukte im Vergleich

Studien:

  1. Nationale Verzehrsstudie 2008, Ergebnisbereicht Teil 2
  2. Ozkanlar & Akcay. 2012. Antioxidant vitamins in atherosclerosis – animal experiments and clinical studies. Adv Clin Exp Med 21(1), 115-23
  3. de Oliveira El-Warrak et al. 2012. Measurement of vitamin A, vitamin E, selenium, and L-lactate in dogs with and without osteoarthritis secondary to ruptured cranial cruciate ligament. Can Vet J 53(12), 1285-8
  4. Sutipornpalangkul et al. 2009. Lipid peroxidation, glutathione, vitamin E, and antioxidant enzymes in synovial fluid from patients with osteoarthritis. Int J Rheum Dis 12(4), 324-8; doi: 10.1111/j.1756-185X.2009.01430.x
  5. Haflah et al. 2009. Palm vitamin E and glucosamine sulphate in the treatment of osteoarthritis of the knee. Saudi Med J 30(11), 1432-1438
  6. Bhattacharya et al. 2012. Efficacy of vitamin E in knee osteoarthritis management of North Indian geriatric population. Ther Adv Musculoskelet Dis 4(1), 11-9; doi: 10.1177/1759720X11424458
  7. Beecher et al. 2007. Antioxidants block cyclic loading induced chondrocyte death. Iowa Orthop J 27, 1-8
  8. Beer & Wegener. 2011. Vitamin E for gonarthrosis and coxarthrosis–results of a postmarketing surveillance study. MMW Fortschr Med 153(Suppl1), 14-20
  9. Aryeian et al. 2011. Beta-Carotene, Vitamin E, MDA, Glutathione Reductase and Arylesterase Activity Levels in Patients with Active Rheumatoid Arthritis. Iranian J Publ Health 40(2), 102-109
  10. Al-Okby. 2012. Nutraceuticals of anti-inflammatory activity as complementary therapy for rheumatoid arthritis. Oct 26; doi: 10.1177/0748233712462468
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Comments (2)

    • Hallo Frau Kreller,
      die Studien, die wir zu Vitaminen und natürlichen Heilmitteln kennen, unterscheiden regelmäßig nicht zwischen Männern und Frauen.
      Sabine
      Redaktion der Gelenkexperten

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