Ratgeber Mobilität

Verbesserung Ihrer Mobilität

Ein fundamentaler Teil des gesunden Alterns ist es, so lange wie möglich mobil zu bleiben.

Menschen, die ihre Mobilität verloren haben, können einen Grad ihrer Mobilität durch Rollstühle und andere Hilfsmittel behalten, und auch so ein erfülltes und glückliches Leben führen.

Es gibt aber keinen Grund, warum die meisten Menschen nicht ihr ganzes Leben lang gehen und mobil sein können.

Daher ist es wichtig, immer aktiv zu bleiben, möglichst viel zu gehen – am besten mehrmals täglich über kleine bis mittlere Distanzen – und so die Gehfähigkeit zu erhalten.

Wenn Sie eine Weile nicht aktiv waren können Sie mit einfachen Maßnahmen wie leichter Gymnastik und kurzen Distanzen beginnen und diese langsam steigern.

Es kann nicht genug betont werden:

Körperliche Aktivität ist das Wichtigste, was Sie tun können, um Ihre Mobilität und Unabhängigkeit zu erhalten. Dies ist unabhängig von Ihrem Alter oder Ihrem Gesundheitszustand.

Körperliche Aktivität kann Ihnen nicht nur helfen, Ihr Gewicht zu kontrollieren. Sie ist auch der Schlüssel, Ihre Muskeln und Knochen stark zu halten, dass Ihre Gelenke richtig arbeiten, dass Ihr Herz gesund bleibt und Ihr Stoffwechsel weiterhin und kontinuierlich angekurbelt wird.

Je mehr Sie sich bewegen, desto besser werden Ihre Kraft und Ihr Gleichgewicht sein. Weiterhin wird es insgesamt unwahrscheinlicher, dass Sie die Fähigkeit verlieren, grundlegende alltägliche Funktionen auszuführen.

Dies gilt zusätzlich zu all den anderen gesundheitlichen Vorteilen von regelmäßiger Bewegung: reduziertes Risiko von Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Typ-2-Diabetes, metabolischem Syndrom sowie einiger Krebsarten und Demenz.

Körperliche Betätigung – besonders in der Gruppe – hat in der Tat positive Auswirkungen auf die Stimmung und kann helfen, Ihre kognitive Fähigkeiten zu erhalten und zu verbessern.

Also, was sollten Sie tun?

Wenn Ihre Gelenke schmerzen, lassen Sie sich und Ihre Aktivitäten nicht von Ihren Gelenken limitieren. Sie sollten Ihre Aktivitäten bestimmen!

Zwingen Sie sich zum Beispiel nicht zum Joggen. Wählen Sie stattdessen Aktivitäten mit geringer Belastung wie Schwimmen, Wassergymnastik oder das Fahrrad im Fitnessstudio. Yoga, Tai Chi oder Qigong sind besonders empfehlenswert.

Auch ein sanftes Gehprogramm, das langsam aufbaut, kann helfen. Es gibt also viele verschiedene Möglichkeiten, die ihren Gelenken und Ihrem Wohlbefinden gut tun können.

Der Schlüssel ist herauszufinden, was für Sie funktioniert. Fühlen Sie sich nicht schuldig, wenn Sie nicht diegleichen Aktivitäten wie früher machen können.

Die Etablierung einer regelmäßigen, konstanten Routine ist weitaus hilfreicher als das gelegentliche (über-)ambitionierte Training. Das Wichtigste ist, dass Sie sich nicht von Ihren Gelenkschmerzen davon abhalten lassen, körperlich aktiv zu sein und zu bleiben.

Bewegung ist tatsächlich um so wichtiger, wenn Sie schon in Ihrer Gehfähigkeit eingeschränkt sind.

Ihre Muskelkraft schwindet zwar langsam und kontinuierlich im Alter. Sie sollten sich jedoch auf keinen Fall tatenlos dem Lauf der Zeit hingeben.

Sie sollten sich unbedingt bemühen, Ihre Muskelkraft so weit wie möglich zu erhalten, anstatt durch eine Behinderung oder langsamen Kraftschwund immer inaktiver zu werden.

Geben Sie niemals auf!

Bleiben Sie immer aktiv und versuchen Sie immer, ihre Mobilität zu erhalten oder wiederzuerlangen. Ein Wiederaufbau der Mobilität ist immer schwieriger, als bestehende Mobilität zu erhalten. 

Wenn Sie Zweifel an Ihrer Fähigkeit haben, selbst ein bescheidenes Trainingsprogramm zu absolvieren, besprechen Sie dies bitte mit Ihrem Arzt, speziell, wenn einer der folgenden Punkte zutrifft:

  • Sie hatten eine Hüft– oder Knieoperation.
  • Sie haben Schmerzen in Hüfte, Knie oder Rücken.
  • Sie haben chronische Schmerzen oder instabilen Gesundheitszustand, z. B. eine Herzerkrankung, Atemwegserkrankungen, Bluthochdruck, Osteoporose, Diabetes oder mehrere Risikofaktoren für Herzerkrankungen.

Verstand, Stimmung und Mobilität

Die meisten Mobilitätstests messen, was Ihr Körper physisch leisten kann. Ihr Verstand ist jedoch genauso wichtig, um sich in Ihrem täglichen Leben zu bewegen und zu orientieren.

Oftmals beeinträchtigt ein gesundheitlicher Rückschlag wie ein Sturz oder ein Arthritisschmerz das Selbstvertrauen oder die Reisebereitschaft.

In solchen Situationen ist die Gefahr besonders hoch, mit dem Autofahren, oder Spaziergängen aufzuhören. So bleiben Sie schließlich meist im Haus und ihre Bewegungen werden kontinuierlich langsamer, steifer und stockender. Dieser Verlust an Mobilität kann Gesundheitsprobleme weiter verschlimmern.

So können Sie schliesslich auch die Nähe zu Freunden und Angehörigen und deren Engagement für Aktivitäten, die sie genießen, verringern. Ihre Stimmung kann so beeinflusst werden und zu Depressionen führen.

Den Teufelskreis negativer Rückkopplung vermeiden

Auf diesem Wege hören Menschen oftmals auf, ihrem täglichen Zeitplan zu folgen und verfallen in schlechte Ernährungsgewohnheiten. Dann nehmen sie oftmals an Gewicht zu, vermindern ihre Bewegung oder essen zu wenig und verlieren so an Energie und Elastizität.

Dieser Teufelskreis von eingeschränkter Mobilität, schlechter psychischer Gesundheit und schleichend fortschreitender körperlichen Verfalls kann sich aus einer Veränderung des Lebens – wie dem Tod eines Ehepartners – sowie aus einem Gesundheitsproblem ergeben.

Ihr Verstand, Ihre Stimmung und Mobilität sind untrennbar miteinander verbunden

Aus diesem Grund sind die Aufrechterhaltung Ihrer emotionalen Gesundheit und Ihres mentalen Engagements für ein gesundes Altern so wichtig.

Wenn Ihre tatsächliche Mobilität nicht mit Ihren körperlichen Fähigkeiten übereinstimmt, ist es wichtig sich zu fragen, warum.

Werden Sie durch Depressionen, Einsamkeit, Ängste oder Angst behindert? Kämpfen Sie mit dem Ruhestand oder dem Tod eines geliebten Menschen?

Sprechen Sie mit Ihrem Arzt, einem Psychologen oder einem vertrauten Freund darüber. Denken Sie darüber nach, was Sie motiviert, sich zu bewegen – was sind Ihre Gründe, morgens aufzustehen?

Sind es Familie, soziale Verbindungen, freiwillige Arbeit, Einkaufen, kulturelle Erfahrungen, Natur genießen oder mit einem Hund spazieren zu gehen?

Bauen Sie mehr dieser motivierenden Erfahrungen in Ihrem Leben auf, um Ihre emotionale und körperliche Gesundheit zu erhalten. Stellen Sie einige tägliche und wöchentliche Routinen her; denn wenn Sie einem Zeitplan folgen, bleiben Sie auch dann aktiv, wenn Ihre Stimmung oder Motivation nachlässt.

Der Geriatriker (Altenarzt) kann helfen

Es ist nicht ungewöhnlich, denselben Arzt über Jahrzehnte hinweg zu besuchen.

Im Alter ist es jedoch ratsam, in einen Geriatriker bzw. Altenarzt zu konsultieren. Altenärzte haben Erfahrung im Umgang mit vielen chronischen Erkrankungen, die bei älteren Menschen häufig auftreten – wie Herzkrankheiten, Bluthochdruck, Diabetes und Behinderungen.

Geriatriker sind ausgebildet, die Bedürfnisse der Person insgesamt zu berücksichtigen und sich auf deren Lebensqualität zu konzentrieren. Einige Altenärzte machen routinemäßig Hausbesuche, um zu sehen, wie Sie leben und welche Veränderungen Sicherheit, Ernährung, Funktion und Mobilität verbessern könnten.

In der Regel erkennen Geriatriker, wie wichtig es ist, Familienmitgliedern die Teilnahme an Terminen zu ermöglichen. Geriatriker sind sich auch der schädlichen Auswirkungen bewusst, die Medikamente auf ältere Menschen haben können.

Es ist üblich, dass älteren Menschen verschiedene Medikamente verschrieben werden, weil sie oft zahlreiche gesundheitliche Probleme haben. Je mehr Medikamente eine Person jedoch einnimmt, desto höher ist das Risiko von Wechselwirkungen zwischen mehreren Arzneimitten und unerwarteten schädlichen Nebenwirkungen, wie zum Beispiel ein erhöhtes Sturzrisiko durch einen beeinträchtigten Gleichgewichtssinn.

Ältere Menschen sind aufgrund altersbedingter Veränderungen der Körperzusammensetzung besonders gefährdet.

Sie haben weniger Muskelmasse und ihre Körper verarbeiten Medikamente anders als jüngere Menschen. Selbst rezeptfreie Medikamente können zu solchen Problemen beitragen, und Auswirkungen können kumulativ sein.

Etwa ein Drittel der älteren Menschen erleiden jedes Jahr schädliche Nebenwirkungen, und diese Nebenwirkungen sind für fast ein Drittel der Krankenhauseinweisungen bei älteren Menschen verantwortlich.

VIDEO: Medikamente im Alter – die unterschätzte Gefahr | 45 Min | NDR 

Es ist also wichtig, mögliche Wechselwirkungen zwischen mehreren Medikamenten genau im Auge zu behalten und Schmerzmittel sorgfältig zu dosieren.

Eine umfassende geriatrische Beratung kann Ihre Lebensqualität und die Fähigkeit, unabhängig zu leben, erheblich verbessern. Dazu gehören Empfehlungen, Medikamente zu wechseln oder abzusetzen, einen Physiotherapeuten oder Ergotherapeuten zu konsultieren, das Haus anzupassen, neuropsychologische Tests durchzuführen oder häusliche Pflegedienste hinzuzufügen.

Die Krankenkasse wird für eine solche Untersuchung bezahlen. Private Versicherungen zahlen auch, wenn Ihr Hausarzt eine Überweisung empfliehlt.

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