Operationen am Gelenk: Hüfte

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Die Hüftgelenksarthrose wird in der Medizin auch als Coxarthrose bezeichnet. Vergleichbar mit anderen betroffenen Gelenken wie Knie oder Handgelenk führt die Erkrankung in der Hüfte zu einer zunehmenden Zerstörung des Gelenkknorpels. Häufig wird der bestehende Schaden erst sehr spät entdeckt, wenn bereits Bewegungseinschränkungen oder Schmerzen auftreten.

Wird die Coxarthrose nicht behandelt, führt sie am Ende unweigerlich zu einem Funktionsausfall im Hüftgelenk. Durch die Zerstörung des Gelenkknorpels reiben die Knochenflächen aufeinander, was zu extremen Schmerzen und Entzündungsreaktionen führt. In vielen Fällen hilft letztlich nur die Operation und der Ersatz des Hüftgelenks durch eine metallene Prothese beispielsweise aus Titan. Doch gerade der Metallgehalt und das mechanische Reiben der künstlichen Gelenkflächen aufeinander sind bei derartigen Prothesen nicht ungefährlich. Darauf wiesen bereits neuere Studien hin.

Es gibt zwei grundlegende Operationsstrategien, um einer Coxarthrose zu begegnen

Je nach Grad der Schädigung infolge der Arthrose stehen aus medizinischer Sicht zwei verschiedene Strategien zur Verfügung. Zum einen kann bei noch nicht terminal geschädigtem Gelenkknorpel versucht werden, das natürliche Gelenk in seiner Funktion zu erhalten. Zum anderen können im Endstadium der Erkrankung sowohl die Gelenkpfanne als auch der Gelenkkopf durch metallene Prothesen ersetzt werden.

Für die gelenkerhaltende Operation ist es notwendig, dass noch genug Gelenkknorpel zur Verfügung steht. Häufig ist diese Operation deshalb das Mittel der Wahl nach Unfällen. Droht infolge des Unfalls eine Fehlstellung der Gelenkflächen, wird versucht, diese zu glätten und so die Fehlstellung und den erhöhten Abrieb im Gelenk zu korrigieren.

Bei älteren Patienten mit bereits fortgeschrittener Arthrose ist hingegen häufig nur noch ein Hüftgelenkersatz möglich. In Deutschland rangiert die Hüftgelenksprothese sogar auf dem ersten Platz der Endoprothesen. Während des Eingriffs müssen alle Gelenkflächen durch metallene Implantate ersetzt werden. Im Regelfall sichern diese künstlichen Gelenke für bis zu 20 Jahre die Beweglichkeit. Bei älteren Patienten tritt dennoch häufig nach Jahren eine Lockerung der eingesetzten Teile ein. Dies wird hauptsächlich verursacht durch den Abbau der Knochensubstanz oder durch Fehlbelastungen im Gelenk. Neben diesen körperlichen Unzulänglichkeiten gibt es jedoch weitere Risiken, die von den Metalllegierungen selbst ausgehen können.

Ist die Metallprothese wirklich sicher?

Seit einigen Jahrzehnten bereits werden Metallprothesen als Gelenkersatz eingesetzt. Dennoch ist bisher vergleichsweise wenig über die Folgen des Metalls im Körper bekannt. In jüngsten Studien gibt es jedoch zunehmend kritische Stimmen, die an einer uneingeschränkten Verträglichkeit der Prothesen zweifeln.

Im Jahr 2012 veröffentlichten Hart und Kollegen ihre Forschungsarbeit, in der sie herausfanden, dass das jahrelange Reiben der Metallflächen aufeinander zur Freisetzung von Metallionen führt (Hart et al. 2012. Cobalt from metal-on-metal hip replacements may be the clinically relevant active agent responsible for periprosthetic tissue reactions. Acta Biomater. 8(10), 3865-73). Bereits seit Längerem stehen solche Metallionen im Verdacht, Entzündungen zu begünstigen und somit den Verlust der Prothese in den ersten fünf Jahren zu verursachen. Cobalt und Chrom aus den Legierungen der Implantate scheinen bei diesen Prozessen eine größere Rolle zu spielen.

Besonders interessant sind in diesem Zusammenhang auch die Befunde einer amerikanischen Forschergruppe. Diese fand heraus, dass ein Pilot, dem ein künstliches Hüftgelenk aus Metall eingesetzt worden war, nach einiger Zeit eine neurologische Erkrankung entwickelte (Sotos & Tower. 2013. Systemic disease after hip replacement: aeromedical implications of arthroprosthetic cobaltism. Aviat Space Environ Med. 84(3), 242-5). Im Blut des Piloten fanden die Wissenschaftler erhöhte Werte für Chrom und Cobalt. Beide Metalle stammten aus der zuvor eingesetzten Prothese.
Schließlich wurde 2013 die bisher mit 10 Jahren am längsten andauernde Studie zur Metallfreisetzung aus Gelenksprothesen veröffentlicht (Levine et al. 2013. Ten-year outcome of serum metal ion levels after primary total hip arthroplasty: a concise follow-up of a previous report. J Bone Joint Surg Am. 95(6), 512-8). Alle Patienten, die eine metallene Hüftprothese erhalten hatten, zeigten erhöhte Werte für Cobalt, Chrom oder Titan. Für Cobalt wurde die dreifache Konzentration gemessen, für Titan sogar eine bis 18-fach erhöhte Konzentration. Die derzeit am plausibelsten erscheinende Erklärung ist, dass die Metallionen durch den mechanischen Abrieb der Metallflächen bei der Gelenkbewegung entstehen.

Unklar ist indes, welche Auswirkungen solche Konzentrationen von Metallionen im Körper auf Dauer haben. Für die bessere Einschätzung der Gesundheitsrisiken für die Patienten wäre es in jedem Fall wünschenswert, dass hier weitere Studien angeschlossen werden, die die Freisetzung und Wirkung von Metallionen aus Gelenkprothesen untersuchen.

Weitere Quellen:
http://www.medizinfo.de/becken/coxarthrose/gelenkerhaltende_op.shtml

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Comments (2)

    • Sehr geehrte Frau Szipronat,
      kleinere Eingriffe können auch ambulant durchgeführt werden. Insbesondere eine Arthroskopie, also Kniespiegelung. Welcher Eingriff genau in Ihrem speziellen Fall sinnvoll ist, kann nur Ihr behandelnder Arzt entscheiden. Wenn Sie mit Ihrem Arzt nicht zufrieden sind, können Sie auf den Seiten von http://www.gelenkexperten.com eine umfangreiche Auswahl von Alternativen rund um Ihren Wohnort finden.
      MfG
      Ihre Gelenkexperten Redaktion

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