Hyaluronsäure

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Zusammenfassung
Bei Hyaluronsäure handelt es sich um eine körpereigene zuckerähnliche Verbindung aus D-Glucoronsäure und N-Acetyl-D-Glucosamin. Sie ist ein wichtiger Bestandteil der Gelenkschmiere und des Bindegewebes. Der Nutzen einer oralen Aufnahme, ob über Nahrungsmittel oder als Nahrungsergänzung, wurde bislang nicht nachgewiesen. Allerdings sind auch keine negativen Nebenwirkungen bekannt, sodass ein Selbstversuch zumindest nicht schaden dürfte.

 

Hyaluronsäure bei Gelenkbeschwerden – Wundermittel oder Humbug?

Solange die Gelenke ihren Dienst tun, finden sie nur wenig Beachtung. Wirklich wahrgenommen werden diese wichtigen Körperteile erst, wenn sie nicht mehr funktionieren wie geschmiert. Allein in Deutschland leiden rund acht Millionen Menschen an Arthrose (Gelenkverschleiß) und Arthritis (Gelenkentzündung) sowie damit verbundenen Folgen wie einer eingeschränkten Beweglichkeit und Gelenkschmerzen.

Nach Auswertung von Krankenhauseinzelfalldaten erhalten laut Deutschem Ärzteblatt1 hierzulande jährlich über 150.000 Betroffene ein künstliches Kniegelenk und mehr als 200.000 eine Hüftgelenksprothese. Das sind 206 beziehungsweise 284 von 100.000 Personen.

 

Können Nährstoffe helfen, Gelenkprobleme zu reduzieren?

Eine ausgewogene Ernährung ist eine Grundvoraussetzung für die hinlängliche Versorgung der Gelenke mit knorpel- und knochenaktiven Nährstoffen. Besonders gut für Knorpel und Knochen ist eine ausreichende Zufuhr von Vitamin C und Kalzium.

Vitamin C benötigt der Körper für die normale Kollagenbildung und Kalzium zur Stabilisierung der Knochen. Auch die Vitamine D und K sowie Spurenelemente wie Mangan, Selen und Zink können zum Erhalt der Knochensubstanz beitragen. Darüber hinaus soll Hyaluronsäure dabei helfen, die Gleitfähigkeit von Gelenken zu erhöhen und die negativen Auswirkungen von Arthrose und Arthritis zu verringern.

Was ist Hyaluronsäure?

Bei der Hyaluronsäure handelt es sich um eine körpereigene zuckerähnliche Verbindung aus D-Glucoronsäure und N-Acetyl-D-Glucosamin. Sie ist ein wichtiger Bestandteil der Gelenkschmiere und des Bindegewebes und ein essenzieller Baustein des Augen-Glaskörpers. Der mengenmäßig größte Anteil der natürlichen Hyaluronsäure findet sich in der Haut.

Die wichtigste physikalische Eigenschaft der Hyaluronsäure ist ihre Fähigkeit, große Wassermengen zu binden. Der Glaskörper des menschlichen Auges besteht beispielsweise zu 98 Prozent aus Wasser, welches von gerade einmal zwei Prozent Hyaluronsäure gebunden wird.

Als Bestandteil des Gelenkknorpels und der Gelenkflüssigkeit ermöglicht Hyaluronsäure reibungslose und schmerzfreie Gelenkbewegungen. Außerdem verhindert sie als Baustein der Lederhaut, das Eindringen pathogener Mikroorganismen in die unbeschädigte Haut.

Hyaluronsäure in der Arthrosetherapie

Wie hilft Hyaluronsäure in der Arthrosetherapie?

In gesunder Gelenkschmiere befinden sich der Abbau alter und die Produktion neuer Hyaluronsäure in einem abgestimmten Gleichgewicht. Bei Arthrose ist diese Balance gestört. Die Gelenkflüssigkeit wird dünnflüssig und verliert dadurch einen Teil ihrer positiven Eigenschaften.

Das Gelenk wird nicht mehr ausreichend geschmiert und auch die Stoßdämpfung lässt nach. Die Knorpeloberfläche unterliegt einem größeren Verschleiß. Der Gelenkknorpel wird mit der Zeit abgerieben und seine Elastizität nimmt ab.

Infolge dessen wird der Knorpel weniger belastbar und kann seine Schutzfunktion für den darunter liegenden Knochen nicht mehr in vollem Umfang erfüllen. Ist das Knorpelgewebe einmal zerstört, kann es sich nicht mehr regenerieren. Das heißt, eine Heilung ist nicht möglich.

Um minderwertige Gelenkschmiere aufzubessern, können die Mediziner synthetisch hergestellt Hyaluronsäure in den Gelenkraum injizieren. Dort hilft sie dem Körper dabei, das natürliche Gleichgewicht zwischen Abbau und Neubildung der Hyaluronsäure wiederherzustellen.

Durch die eingespritzte Hyaluronsäure wird die körpereigene Gelenkschmiere zähflüssiger, sodass sie ihre schmierende, schützende Funktion wieder erfüllt. Der Gelenkknorpel wird entlastet und der Verschleiß gemindert.

Hieraus resultieren im besten Fall eine bessere Beweglichkeit und weniger Gelenkschmerzen. Komplett aufhalten oder umkehren lässt sich der Gelenkverschleiß dadurch nicht.

Wie oft ist eine Behandlung mit Hyaluronsäure erforderlich?

Je nach Zustand des Gelenks werden drei bis fünf Injektionen im Abstand von jeweils einer Wochedurchgeführt. Obwohl die eingespritzte Hyaluronsäure vom Organismus abgebaut wird, soll ihre Wirkung über einen längeren Zeitraum anhalten. Befürworter der Therapie erklären dies damit, dass die Substitution synthetischer Hyaluronsäure die körpereigene Hyaluronsäureproduktion anregt.

Bei leichteren Knorpelschäden soll bereits eine einmalige Injektionsserie zur Beschwerdefreiheit führen. Bei mittelschweren Schäden wird empfohlen, die Injektionen im Abstand eines Jahres zu wiederholen. Bei fortgeschrittenem Gelenkverschleiß ist es auch möglich, die Therapie häufiger, gegebenenfalls halbjährig, durchzuführen.

Wie wird synthetische Hyaluronsäure hergestellt?

Grundsätzlich lässt sich Hyaluronsäure auf zwei verschiedene Arten gewinnen: Aus Tieren, insbesondere aus Hahnenkämmen, und über ein spezielles biotechnologisches Verfahren, bei dem Proteine aus Hefe fermentiertwerden. Da tierische Hyaluronsäure nicht zur allergischen Reaktionen führen kann, sondern auch das Risiko birgt, Krankheitserreger auf den Menschen zu übertragen, wird heute meist nur noch durch Fermentierung erzeugtes Hyaluron eingesetzt.

Arthrose Arthritis Diagnose

Ist die Hyaluronsäuretherapie bei Gelenkbeschwerden aus wissenschaftlicher Sicht sinnvoll?

Neben medikamentösen und physikalischen Behandlungsformen hat sich der Einsatz der Hyaluronsäure in der Arthrosetherapie in den letzten Jahren zunehmend etabliert. Mittlerweile wurde die Hyaluronsäurebehandlung von einigen nationalen und internationalen Fachverbänden in die Therapieempfehlungen für die Arthrosebehandlung aufgenommen.

Die Deutsche Gesellschaft für Orthopädie und orthopädische Chirurgie (DGOOC) ordnet die Systemic Slow Acting Drugs, unter die auch die Hyaluronsäure fällt, gemeinsam mit der symptomatischen Therapie in die erste Stufe der Behandlung ein. Auch bei der Task-Force der European League against Rheumatism (EULAR) ist die Hyaluronsäuresubstitution Teil des empfohlenen Therapiemanagements.

Allerdings gibt es auch Gegenstimmen. So gibt die American Academy of Orthopaedic Surgeons (AAOS) seit Juni 2013 keine Empfehlung mehr für Hyaluronsäure-Injektionen bei Gelenkverschleiß.

Was kostet eine Behandlung mit Hyaluronsäure

Auch unter Ärzten ist die Methode umstritten. Zum einen stellt sich ein Therapieerfolg meist nur bei leichter Gelenkarthrose ein, zum anderen hilft das Verfahren oftmals nur vorübergehend. Mangels eines eindeutigen Wirkungsnachweises sind auch die Krankenkassen nicht bereit, für die Behandlungskosten aufzukommen. Damit müssen die Patienten die 260 bis 300 Euro für eine Behandlung mit fünf Spritzen aus eigener Tasche finanzieren.

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Wie wird die orale Aufnahme von Hyaluronsäure bewertet?

Hyaluronsäure gibt es nicht nur in Form von Injektionen, sondern auch als Tabletten und Kapseln in unterschiedlichsten Dosierungen und Zusammensetzungen. Diese Präparate haben keinen Arzneimittelstatusund müssen somit keinen Nachweis der Wirksamkeit erbringen. Sie werden lediglich als Nahrungsergänzungsmittel angeboten.

Die Wirkung der Einnahme von Hyaluronsäurekapseln und -tabletten wurde bislang kaum erforscht. Eine im Jahr 2012 durchgeführte klinische Studie2 ergab keinen bemerkenswerten Unterschied zwischen den mit Hyaluronsäure behandelten Teilnehmern und der Placebo-Gruppe.

Aus medizinischer Sicht ist die Aufnahme von Hyaluronsäure in Kapsel- oder Tablettenform nach der derzeitigen Datenlage daher nicht sinnvoll.

Fazit

Während einige Mediziner auf Hyaluronsäure bei Gelenkbeschwerden schwören, raten andere dringend davon ab. Eine klare Aussage bezüglich der Wirksamkeit ist aufgrund fehlender zuverlässiger Studien nicht möglich. Demgegenüber steht das nie ganz auszuschließende Risiko für eine Infektion mit Keimen und allergische Reaktionen. Deshalb ist es ratsam, entsprechende Empfehlungen mit Vorsicht zu genießen und sich vor einer Behandlung umfassend beraten zu lassen.

Auch der Nutzen einer oralen Aufnahme von Hyaluronsäure, ob über Nahrungsmittel oder als Nahrungsergänzung, wurde bislang nicht nachgewiesen. Allerdings sind auch keine negativen Nebenwirkungen bekannt, sodass ein Selbstversuch zumindest nicht schaden dürfte.

Als Alternative zur Hyaluronsäure möchten wir Ihnen unseren Vergleich der besten Arthrosemittel ans Herz legen. Wir haben die Inhaltsstoffe der bekanntesten Kombinationsprodukte für gesunde Gelenke analysiert und verglichen und kommen zu dem Schluss: gute Nahrungsergänzungen für Gelenke müssen nicht teuer sein!

Versorgen Sie Ihre Gelenke mit allen Nährstoffen, die sie brauchen. Hier finden Sie eine Übersicht der besten Gelenknahrungen.

Gelenkprodukte im Vergleich

Studien und Referenzen:

  1. „http://aerzteblatt.de/pdf/111/23/m407.pdf“
  2. „https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/23226979“
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