Zink für die Gelenke

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Zusammenfassung
In Deutschland leiden etwa acht Millionen Frauen und Männer unter Beschwerden, die durch einen Gelenkverschleiß verursacht werden und jährlich kommen rund 400.000 weitere hinzu. Zink, Mangan und Selen können zum Erhalt der Knorpelsubstanz beitragen. Spezielle Zinkpräparate sind deswegen für potenzielle Mangelgruppen wie ältere Menschen, Veganer, werdende und stillende Mütter sowie Alkoholiker empfohlen.

Deutschland leidet

Arthrose gehört zu den Hauptursachen für Gelenkschmerzen und Bewegungseinschränkungen im Alter. Allein in Deutschland leiden etwa acht Millionen Frauen und Männer unter Beschwerden, die durch einen Gelenkverschleiß verursacht werden. Am häufigsten betroffen sind Hände, Hüften und Knie. Mehr als drei Millionen Menschen haben hierzulande bereits ein künstliches Hüft- oder Kniegelenk. Nach Angaben des Endoprothesenregisters Deutschland (EPRD) kommen jährlich rund 400.000 weitere hinzu.

Wie kann eine gesunde Ernährung die Gelenke schützen?

Gelenkbeschwerden resultieren häufig aus einem teilweisen Abbau des Gelenkknorpels. Hierbei handelt es sich um einen natürlichen Prozess, der mit zunehmendem Lebensalter fortschreitet. Allerdings wird normalerweise auch immer wieder neuer Knorpel aufgebaut, sodass bis zu einem gewissen Alter ein gesundes Gleichgewicht besteht.

Eine falsche oder nicht ausreichende Ernährung kann dazu führen, dass die Balance zwischen Knorpelab- und -aufbau gestört ist. Eine ausreichende Zufuhr von Spurenelementen wie Zink, Mangan und Selen kann dabei helfen, dieses Gleichgewicht wieder herzustellen und damit zum Erhalt der Knorpelsubstanz beitragen.

Ernährung bei Arthrose

Was ist Zink?

Zink ist ein lebensnotwendiges Mineralstoff, der im menschlichen Körper nur in sehr geringen Mengen vorkommt. Da es ein elementarer Bestandteil zahlreicher Enzyme ist, spielt es eine entscheidende Rolle im Stoffwechsel, beispielsweise bei der Zellteilung und der Eiweißsynthese. Darüber hinaus ist Zink wichtig für die Blutbildung, die Verdauung, das Immunsystem und die Spermienproduktion.

Zu finden ist Zink in den meisten Körperzellen. Insgesamt enthält der menschliche Organismus zwei bis vier Gramm davon. Weil der Körper es nicht selbst herstellen und auch nur kurzzeitig speichern kann, ist eine kontinuierliche Zuführung über die Nahrung erforderlich.

Wie viel Zink braucht der Mensch?

Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung beziffert den täglichen Zinkbedarf für Jungen ab 15 Jahren und Männer mit 10 Milligramm. Mädchen ab 15 Jahren und Frauen benötigen circa 7 Milligramm pro Tag. Schwangeren wird ab dem vierten Monat die Aufnahme von rund 10 Milligramm empfohlen. Stillende sollten 11 Milligramm zu sich nehmen.

Welche Auswirkungen kann ein Zinkmangel haben?

Oftmals wird bei Menschen mit Arthrose ein zu geringer Zinkstatus festgestellt. Bislang fehlt jedoch ein eindeutiger Beweis dafür, dass der Mangel an Zink der Grund für die Gelenkprobleme ist. Ebenso gut könnten die entzündeten Gelenke einen erhöhten Zinkverbrauch nach sich ziehen. Daher dürfen die Hersteller von Zinkpräparaten laut der europäischen Lebensmittelbehörde nicht behaupten, eine zusätzliche Einnahme dieses Spurenelements würde zu gesünderen Gelenken führen.

Zink über die Nahrung oder spezielle Nahrungsergänzungsmittel aufzunehmen kann sich aber in Ausnahmefällen trotz der mangelnden Beweislage lohnen, da ein Zinkmangel Ursache für zahlreiche andere Symptome ist. Dazu zählen:

  • hormonelle Störungen mit Auswirkungen auf Potenz, Libido und Fruchtbarkeit,
  • Seh-, Geruchs- und Geschmacksstörungen,
  • brüchige oder gesplitterte Nägel, weiße Flecken auf den Nägeln und vermehrte Rillenbildung,
  • glanzloses, brüchiges Haar, vorzeitiges Ergrauen, Haarausfall,
  • Hauterkrankungen wie trockene, schuppende Haut, Akne, Ekzeme,
  • ein geschwächtes Immunsystem sowie
  • geistig-seelische Symptome wie Konzentrationsschwäche, Müdigkeit, Abgeschlagenheit und Antriebslosigkeit.

Wie lässt sich der Zinkbedarf über die Ernährung decken?

Zink ist in zahlreichen, in erster Linie tierischen Lebensmitteln enthalten. Um eine optimale Versorgung zu gewährleisten, empfiehlt sich eine ausgewogene Mischkost. Einen hohen bis sehr hohen Zinkgehalt haben beispielsweise:

  • Austern,
  • Leber von Kalb, Schwein und Rind,
  • Roggen- und Weizenkeimlinge,
  • Sonnenblumenkerne,
  • Weizenkleie,
  • Käse (Edamer, Emmentaler, Gouda),
  • Cashewkerne und
  • Paranüsse.
Nahrungsmittel mit hohem Zinkanteil

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Wie sinnvoll ist eine Nahrungsergänzung mit Zinkpräparate?

Nach dem heutigen ernährungswissenschaftlichen Stand lässt sich der tägliche Zinkbedarf leicht über eiweißhaltige Lebensmittel decken. Schon ein Mischbrot mit Käse oder ein Rindersteak enthalten genügend Zink, um die erforderliche Tagesration zu sichern.

Auf zinkhaltige Nahrungsergänzungsmittel sind nur wenige Menschen angewiesen. Dazu zählen Personen, deren Zinkaufnahme aufgrund einer erblichen Störung oder einer chronisch-entzündlichen Darmerkrankung gestört ist. Auch bei Alkoholikern kann eine Zink-Unterversorgung vorliegen. Von einer Selbstmedikation raten die Mediziner jedoch dringend ab. Ein schwerer Zinkmangel tritt äußerst selten auf und kann nur durch einen Arzt festgestellt werden. Sofern erforderlich, verschreibt dieser ein geeignetes Medikament, das genau die Dosierung enthält, die der Patient benötigt.

Untersuchungen zufolge wird hierzulande neben Magnesium und Calcium auch zu viel Zink konsumiert. Oftmals liegen die Mengen nicht nur über der empfohlenen Tagesdosis, sondern auch oberhalb dem „Upper Level“, der maximalen sicheren Dosis pro Tag. Das betrifft vor allem gesundheitsbewusste Menschen, die schon mit der Nahrung viele Mineralstoffe aufnehmen, sich sportlich betätigen und wenig Alkohol trinken.

Wie wirkt sich ein Zink-Überschuss aus?

Im Zuge einer normalen Ernährung ist eine Überdosierung nicht möglich. Wird bei der Einnahme entsprechender Nahrungsergänzungsmittel die empfohlene Dosis deutlich überschritten, können Kopfschmerzen, Fieber und Beklemmungszustände die Folge sein. Die Zufuhr von mehr als 200 Milligramm Zink täglich über einen längeren Zeitraum kann eine Zinkvergiftung hervorrufen. Diese äußert sich durch:

  • starke Kopfschmerzen,
  • Metallgeschmack auf der Zunge und
  • Übelkeit mit Erbrechen.

Welche Studien zur Auswirkung von Zink auf Gelenkbeschwerden gibt es?

Bislang gibt es keinen wissenschaftlichen Beleg dafür, dass sich zinkhaltige Nahrungsergänzungsmittel positiv auf Gelenkschmerzen und Gelenkverschleiß auswirken. Ergebnissen einer prospektiven Kohortenstudie zufolge soll eine Substitution von Zink jedoch das Risiko mindern, an einer rheumatoiden Arthritis zu erkranken1. Allerdings ließ sich nicht eindeutig feststellen, ob dieser Effekt wirklich auf Zink zurückzuführen war oder auf damit assoziierten Einflussgrößen beruhte.

Bei Patienten mit aktiver rheumatoider Arthritis liegen in der Regel erniedrigte Zink-Plasmaspiegel vor2. Hingegen ähneln die Werte bei Menschen mit inaktiver rheumatoider Arthritis denen einer gesunden Kontrollgruppe3.

Eine relativ neue Studie koreanischer Wissenschaftler weist darauf hin, dass ein Zinküberschuss in den Knorpelzellen eine Arthrose sogar begünstigen könnte. Zumindest erbrachten Versuche an Mäusen das Ergebnis, dass ein Zuviel an Zink im Gelenk die Menge des Knorpel-abbauenden Enzyms erhöht und damit zu einem verstärkten Knorpelabbau führt. Dafür verantwortlich ist das zwischen den Knorpelzellen befindliche Protein ZIP8, das bei Arthrose-Patienten vermehrt Zink in die Zellen einschleust. Somit könnten Medikamente, welche die Tätigkeit des Proteins unterdrücken würden, ein neuer Ansatz in der Arthrose-Behandlung sein.

Weitgehend gesichert ist hingegen, dass ein niedriger Zinkspiegel ein Risikofaktor für Osteoporose ist. Wie eine Metaanalyse aus acht Studien mit insgesamt 2.188 Teilnehmern zeigte, wiesen Patienten mit Knochenschwund im Vergleich zu gesunden Kontrollpersonen niedrigere Serumkonzentrationen an Zink, Eisen oder Kupfer auf4.

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Fazit

Zink wird als Powerstoff für Gelenke, Immunsystem, Haare, Haut und vieles mehr empfohlen. Tatsächlich hat dieses Element im menschlichen Körper zahlreiche wichtige Funktionen, weshalb es Organismus in genügender Menge zugeführt werden sollte. Hierzu reicht jedoch für gesunde Menschen eine ausgewogene Ernährung völlig aus.

Spezielle Zinkpräparate empfehlen sich am ehesten für potenzielle Mangelgruppen wie ältere Menschen, bei denen eine Versorgung über die Nahrung nicht hinlänglich gewährleistet ist, Veganer, die sich relativ einseitig ernähren, werdende und stillende Mütter sowie Alkoholiker. Vor einer Selbstmedikation ist es jedoch unbedingt ratsam, sich erst beim Arzt zu vergewissern, ob tatsächlich ein Zinkmangel vorliegt.

  1. „Cerhan et al., 2003“
  2. „Zoli et al., 1998; Wanchu et al., 2003“
  3. „Wanchu et al., 2002“
  4. „Zheng J et al., Low Serum Levels of Zinc, Copper, and Iron as Risk Factors for Osteoporosis: a Metaanalysis. Biol Trace Elem Res. 2014 Jul;160(1):15-23. Epub 2014 Jun 8“
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