Ratgeber Mobilität

Mobilität messen

Haben Sie Schmerzen beim Gehen? Schaffen Sie es, 500 Meter zu gehen? Können Sie alleine Treppen steigen und tägliche Aufgaben ausführen wie Kochen, Duschen und einkaufen?

Dies sind Fragen von Ärzte fragen wenn sie versuchen, Mobilitätseinschränkungen aufgrund einer Verletzung (beispielsweise durch einen Unfall oder einen Sturz) oder einer chronischen Erkrankung wie Arthritis zu diagnostizieren.

Gangart

Menschliches Gehen erfordert eine Reihe von komplexen Bewegungen: den Fuß heben, ihn vor Ihnen auf den Boden platzieren und Ihr Gewicht von der Ferse auf den Fußballen verlagern. Die Art und Weise wie Sie gehen ist Ihre Gangart.

Veränderungen der Geschwindigkeit oder Ihres Gangmusters können Ihrem Arzt Hinweise auf Mobilitätsstörungen geben.

Die Gangart ändert sich oft mit dem Alter: gesunde Menschen über 70 gehen im Allgemeinen 10 bis 20 Prozent langsamer, und machen kürzere Schritte im Vergleich zu gesunden Menschen unter 30.

Es gibt auch oft andere, subtilere Veränderungen – wie zum Beispiel weniger Kraftentwicklung, wenn Sie sich beim Gehen abdrücken oder sich bücken.

Ein vorsichtiger, schlurfender Gang kann auch das Ergebnis von Problemen mit dem Sehen und Hören oder Knochen und Muskeln sein.

VIDEO: Was der Gang über Krankheiten verrät

Arthritis führt häufig dazu, dass Menschen einen flachfüßigen Gang annehmen. Eine gebeugte Haltung verändert das Gangmuster ausserdem signifikant, weil sich der Schwerpunkt des Körpers nach vorne verlagert.

Weiterhin können auch chronische Schmerzen und eine Vielzahl von Erkrankungen Ganganomalien verursachen.

Im Laufe der Zeit können diese Ganganomalien Muskeln oder Gelenke beim Gehen schwächen oder überstrapazieren, was zu weiteren gesundheitlichen Schäden, wie z.B Rückenproblemen führen kann.

Um Ihre Gangart analysieren zu lassen, können Sie vor einem Arzt oder Physiotherapeuten ein paar Meter gehen, während dieser die Zeit misst und Ihre Haltung bewertet.

Ein relativ schneller Gang ist ein Zeichen guter Gesundheit. Ein unruhiger, stockender oder schlurfender Gang ist oft ein Zeichen für ein Gesundheitsproblem.

Der “Aufstehen und Gehen” Test

Ein übliches Testformat ist, auf einem Stuhl zu sitzen, auf Kommando aufzustehen, drei Meter in einer Linie gehen, sich dann umzudrehen, zurück zum Stuhl zu gehen und sich dann wieder hinzusetzten.

Die meisten Menschen mit normaler Mobilität können diese Aufgabe in 10 Sekunden oder weniger abschliessen.

Falls der Patient länger brauchen sollte, können so Muskelschwäche, Haltungs-, und Gleichgewichtsprobleme, sowie Gelenkschmerzen offensichtlich werden.

Einfache Aufgaben

Eine Mobilitätsdiagnose konzentriert sich auch darauf, wie Sie mit einfachen Aufgaben und Herausforderungen umgehen können.

Können Sie zum Beispiel über Objekte auf dem Boden hinübersteigen, auf einem Bein balancieren, auf voreinander platzierten Füßen balancieren oder sich und mehrmals hintereinander von einem Stuhl erheben und wieder hinsetzen?

Tägliche Aktivitäten

Eine der besten Beurteilungskriterien für Ihre Mobilität ist, wie gut Sie kleine tägliche Aufgaben wie Baden, Mahlzeiten zubereiten, Hausreinigung und Einkaufen erledigen können.

Viele Menschen, die Bewegungsschwierigkeiten haben, können diese Aufgaben zwar erfüllen, ändern jedoch die Art und Weise, wie sie es tun – zum Beispiel, indem sie auf einem Stuhl in der Dusche sitzen.

Mobiltätsreichweite

Es gibt einen Unterschied zwischen dem, was Menschen eigentlich tun können und was sie tatsächlich tun.

Mobilitätsforscher haben Analysen wie die sogenannte „Lebensraumuntersuchung“ entwickelt. So wird untersucht, wie viel Menschen in ihrer täglichen Routine unterwegs sind (zum Beispiel das Haus verlassen, Nachbarn besuchen oder in andere Gemeinden gehen) um so ihre tatsächliche Mobilität im täglichen Leben zu beurteilen.

Der Vorteil einer solchen Untersuchung besteht darin, dass es reale, von ihnen durchgeführte Anpassungen berücksichtigt, mit denen Sie Ihre Mobilität selber fördern (z. B. einen Stock oder Rollstuhl benutzen, autofahren oder öffentliche Verkehrsmittel nutzen), sowie nichtphysische Faktoren, die sich auf Ihre Mobilität auswirken, wie z.B. Depressionen, mangelnde Motivation oder fehlende finanzielle Mittel.

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